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| 18:30 Uhr

Aus dem Gericht
Prügelopfer überrascht mit Nebenklage vor Gericht

Am 1. März soll am Cottbuser Landgericht weiterverhandelt werden.
Am 1. März soll am Cottbuser Landgericht weiterverhandelt werden. FOTO: Frank Hilbert
Senftenberg. Der Prozess gegen ein Trio, das einen Mann über Stunden misshandelt hat, geht in die nächste Runde. Von Jan Augustin

Nachdem das Ende des Prügelprozesses schon vor zwei Wochen erwartet worden war, hat das Cottbuser Landgericht auch am Dienstag noch kein Urteil fällen können. Die aus Lauchhammer stammenden zwei angeklagten Frauen (37, 25 Jahre) und ein 40-jähriger Mann müssen weiter auf die Entscheidung des Gerichtes warten. Dem Trio und einem gesondert verfolgten Mann wirft die Staatsanwaltschaft vor, einen Bekannten in einer Senftenberger Wohnung über Stunden schwer misshandelt zu haben. Grund für die erneute Verzögerung ist die jetzt zugelassene Nebenklage des Opfers. Das war am Dienstag zwar nicht beim Prozess - dafür aber sein Anwalt Mirko Schubert. Sein Mandant wolle mit der Nebenklage aktiv dafür Sorge tragen, dass das Trio auch tatsächlich verurteilt wird. Durch die mediale Berichterstattung habe er zuletzt den Eindruck gewonnen, dass in dem Prozess die Täter-Opfer-Rolle vertauscht wurde. „Das war ihm aufgestoßen“, erläutert Schubert nach der kurzen Verhandlung. Sein Mandant wolle zudem Schmerzensgeld geltend machen. „Ich weiß, dass es ihm nicht gut geht. Er hat aufgrund des Milzverlustes erhebliche Probleme“, sagt der Verteidiger.

Bei diesem besonders brutalen Fall aus dem Senftenberger Drogenmilieu hatten die Angeklagten ihr Opfer mehrfach geschlagen, teils in die Bewusstlosigkeit. Als sie den 28-jährigen Mann schließlich nach Stunden wieder gehen ließen, schleppte der sich in ein Taxi, das ihn in ein Krankenhaus fuhr. Dort wurde er notoperiert. Die gerissene Milz wurde ihm entfernt. Die drei vorbestraften Angeklagten hatten bereits gestanden, dass die „Situation eskaliert“ war und sie mehrmals zugeschlagen haben. Die vorgeworfene Erpressung streiten sie jedoch ab. 400 Euro sollen sie demnach verlangt und erhalten haben. Der Geschädigte, der mit beiden angeklagten Frauen ein Verhältnis hatte, räumte ein, dass es damals mehrfach zu Auseinandersetzungen gekommen war. „Verkloppt“ habe er sie nie. Die ältere der beiden Frauen hatte allerdings ausgesagt, in der Nacht vor der Tat mehrfach von ihm geschlagen worden zu sein. Am 1. März soll weiterverhandelt werden.