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Prüfungsangst in der Feuerwehrschmiede

Zu den praktischen Prüfungsaufgaben des Truppmann-Lehrganges zählte auch das Demonstrieren einer Wasserentnahme.
Zu den praktischen Prüfungsaufgaben des Truppmann-Lehrganges zählte auch das Demonstrieren einer Wasserentnahme. FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen/Calau. Silvana Stiebritz kann ihre Anspannung nicht verbergen: "Ich bin sowas von aufgeregt. Man will ja auch nichts verkehrt machen oder bei der mündlichen Prüfung falsche Antworten geben. uhd

" Über den Feuerwehrsport ist die 28-Jährige zu den Aktiven der Einsatzabteilung gestoßen. Wie auch Martin Schadock (32), in Saadow lebend, will sie die Ortswehr stärken. "Da wir über keine praktischen Erfahrungen verfügen, mussten wir uns den kompletten Lernstoff über Wochen verinnerlichen", blicken sie auf den Lehrgang zurück. Begonnen hatte dieser am 21. Oktober und mit einem Novum: Erstmals sind es mit Calau, Lübbenau, Großräschen und dem Amt Altdöbern vier Träger des Brandschutzes, die die Ausbildung als gemeinsames Projekt angehen. "Die Vorzüge liegen auf der Hand", erklärt Ausbildungsleiter Frank Fiedermann. "Durch Lehrgänge an allen Standorten und praktische Ausbildungen im jeweiligen Gelände lernen die Kursteilnehmer lokale Gegebenheiten kennen und die anderen Kameraden", so der stellvertretende Calauer Stadtwehrführer. Marcel Simon, stellvertretender Stadtwehrführer von Großräschen, ergänzt: "Alle Teilnehmer haben denselben Ausbildungsstand, die Ausbilder werden entlastet."

68 Ausbildungsstunden müssen Kursteilnehmer vorweisen, um bei den Prüfungen antreten zu dürfen. Von der Resonanz zeigten sich Ausbilder und Prüfer überrascht: "Wir hatten mit 20 bis 25 Teilnehmern gerechnet, angemeldet haben sich 58, was uns bewogen hat, ab 10. März einen zweiten Lehrgang durchzuführen", erklärt Frank Fiedermann.

Wie alle Prüflinge haben auch Silvana Stiebritz und Martin Schadock die Truppmannausbildung erfolgreich abgeschlossen. "Es ist eine fundierte Ausbildung, mit der wir uns auch bei anderen Feuerwehren vorstellen können", sagt Johannes Benert aus Großräschen, Schüler am Gymnasium in Schwarzheide. Studium und Ortswechsel seien nicht ausgeschlossen. "Die Feuerwehr verliere ich aber nicht aus den Augen", so der 16-jährige Truppmann. Als seinerzeit in Großräschen-Ost für Mitglieder der Jugendfeuerwehr geworben wurde, reihte sich Johannes Benert in die Feuerwehrriege ein und hält dieser bis heute die Treue - jetzt als ausgebildeter Truppmann.