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Premiere in Ortrand: Kirche im Zelt

Die Kirche geht auf die Menschen zu. Das ist für Pfarrerin Angelika Scholte-Reh (l.) und dem ehrenamtlichen Mitstreiter Olaf Roschke die wichtigste Botschaft der Zelttage in Ortrand. Am Sonntag geht es los.
Die Kirche geht auf die Menschen zu. Das ist für Pfarrerin Angelika Scholte-Reh (l.) und dem ehrenamtlichen Mitstreiter Olaf Roschke die wichtigste Botschaft der Zelttage in Ortrand. Am Sonntag geht es los. FOTO: Steffen Rasche/str1
Ortrand. Die Deutsche Zeltmission ist ab Freitag mit einer Wanderkirche auf der Festwiese. Werbebotschaft kommt auf viele Frühstückstische.

Die Kirche im Zelt kommt nach Ortrand. Vom 9. bis 16. Juli ist die Deutsche Zeltmission zu Gast in den Kirchengemeinde der Region. Für Ortrand ist das eine Premiere. Im Zelt mit Platz für 500 Menschen wird eingeladen zu spannenden Themenabenden, Musik und christlichen Impulsen. Die RUNDSCHAU sprach mit Pfarrerin Angelika Scholte-Reh über die Zelttage.

Zelttage auf der Festwiese in Ortrand mit transportabler Wanderkirche. Ist es Zufall, dass die Deutsche Zeltmission als Veranstalterin das Motto "Voll das Leben" für unsere Region gewählt hat?
Scholte-Reh Das Thema "Voll das Leben" haben die Gemeindekirchenräte der Region Ortrand aus mehreren Vorschlägen nach einer längeren Diskussion ausgesucht. Im Januar haben wir an alle Haushalte einen Brief geschrieben und die Menschen gefragt, welche Themen sie interessieren würden. Der Themenschwerpunkt "Voll das Leben" hatte sich herauskristallisiert.

Wozu laden die Zelttage ein? Worauf wollen sie Antworten geben?
Scholte-Reh Wir wollen die Menschen einladen, über das ganze Leben nachzudenken. Mit all dem, was dazu gehört, dem Guten und dem Schwierigen, dem Gelingen und dem Scheitern. "Voll das Leben", das sagt für uns: Unser ganzes Leben hat etwas mit dem Glauben zu tun, unsere guten Momente und auch die Zeiten, in denen es uns einmal nicht so gut geht.

Über das Leben nachdenken im Zelt. Geht das?
Scholte-Reh Das Zelt ist ein offener Raum. Es gibt Menschen, die wohl kaum über die Schwelle einer Kirche treten würden. Wir hoffen, dass sie sich in das Zelt einladen lassen. Hier kann man kommen und gehen, wie man will, kann Gespräche führen, wenn man möchte, und auch einfach nur neugierig da sein, zuhören und wieder gehen. Alles kann, nichts muss. Mit dem Zelt ist es ein wenig wie mit Begegnungen auf dem Weg: Man kann sich für einen Moment ganz einladen und dann selbst entscheiden, wie es weitergeht.

Sind ausschließlich Christen im Zelt willkommen?
Scholte-Reh Oh, nein! Wir holen das Zelt gerade darum nach Ortrand, damit auch die Menschen kommen können, die neugierig sind, die vielleicht bisher vom Glauben nur wenig gehört haben und für die unsere Gottesdienste fremde Veranstaltungen sind. Im Zelt ist vieles anders: die Sprache, der offene Raum, die moderne Musik. Wir hoffen auf viele neugierige Menschen, die kommen und erleben wollen, wie Kirche auch sein kann: offen, frei, lustig, modern.

Was sind für Sie die Höhepunkte im Programm?
Scholte-Reh Da ich Kinder sehr liebe, freut mich, dass es auch ein Programm für die Kinder gibt. Nachmittags haben wir eine christliche Artistin, Bettina Braun. Sie wird die Kinder dazu anleiten, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken, und natürlich werden wir singen, spielen und basteln. Im Abendprogramm berührt mich persönlich das Thema des Freitags "Hauptsache Kopf hoch - gelassen scheitern". Das muss man erst mal lernen, auch das eigene Scheitern anzunehmen, dann aufzustehen, aus den Fehlern zu lernen und weiterzugehen.

Wie viele ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz?
Scholte-Reh Das habe ich noch nicht genau nachgezählt. 150 Menschen sind es sicher, die an dieser und jener Stelle etwas zum Gelingen der Tage beitragen.

Auf welche musikalischen Leckerbissen können sich die Besucher freuen?
Scholte-Reh An jedem Abend auf einen anderen. Unser Programm beginnt jeweils um 19 Uhr mit einem musikalischen Vorprogramm. Am Sonntag, dem 9. Juli, wird die Familienband Dombrowe aus Finsterwalde im Zelt sein.

An andere Abenden sind es regionalen Posaunenchöre oder das Schalmeienorchester aus Tettau. Am Samstag, dem 15. Juli, die Jugendband "Green Forest" aus Grünewalde. Durch das Programm begleitet uns an jedem Abend die Band "Anstoß" aus Lauchhammer, die ein Lied zum Motto der Zelttage geschrieben hat.

Wer hat die 12 000 Werbe-Bäckertüten gedruckt und wo werden sie über den Ladentisch gereicht?
Scholte-Reh Die Bäckertüten haben wir drucken lassen. Unsere regionalen Bäcker in Lauchhammer, Frauendorf, Tettau, Kroppen und Ortrand nehmen sie seit etwa 14 Tagen, um die Brötchen und das Brot darin zu verpacken. Dass wir sie für diese etwas ungewöhnliche Werbeaktion gewinnen konnten, ist wunderbar. So gelangt die Nachricht "Das Zelt kommt" auf fast jeden Frühstückstisch unserer Region.

Frau Scholte-Reh, Sie gehören zu den Organisatoren. Was wünschen Sie sich zu den Zelttagen?
Scholte-Reh Ich wünsche uns viele interessierte Menschen, die neugierig sind und Lust haben, sich auf die interessanten Themen der Abende einzulassen, die kommen und etwas mitnehmen von dem, was unser Redner Mathias Lauer ihnen zu sagen hat. Und natürlich wünsche ich uns, dass das Wetter so ist, dass wir es gut im Zelt aushalten können, dass kein Sturm kommt. Ich wünsche uns, dass Gott unser Vorhaben segnet.

Es fragte Andrea Budich.