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Prächtige Häuser und mächtige Kirchen

Die Kaiserkrone in der Gartenstadt Marga in Brieske öffnet auch.
Die Kaiserkrone in der Gartenstadt Marga in Brieske öffnet auch. FOTO: Ringle/dpa
Senftenberg. Der Denkmaltag am 10. September steht unter dem Motto "Macht und Pracht". Auch im Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises öffnen zwischen Senftenberg und Ortrand historische Häuser ihre Pforten. Jan Augustin

Am 10. September öffnen in ganz Deutschland rund 7500 historische Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten. Das teilt Carolin Kolhoff, Sprecherin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "Macht und Pracht". Es bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden: prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck und große historische Fabrikhallen. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt, und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals in Deutschland. Mit dabei ist auch der Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises. Ein Überblick:

Gartenstadt Marga: Die Bergarbeiter-Kolonie der Ilse-Bergbau AG entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Arbeiterwohnhäuser wurden nach Plänen der Architekten Georg Heinsius von Mayenburg und Ewald Klefel gebaut. Die Brikettfabriken wurden 1993 abgerissen.

Kaiserkrone Brieske: Heute ist das Haus zur Begegnungsstätte ausgebaut, die als Schule und Veranstaltungszentrum genutzt wird.

Martin-Luther-Kirche Brieske: Die Grundsteinlegung der Jugendstilkirche erfolgte 1913. Ein Jahr später wurde das 350 Plätze fassende Gotteshaus für die Bergarbeiterkolonie Grube Marga eingeweiht. Bauherr war Architekt von Mayenburg für die Ilse-Bergbau-AG.

Gut Schwarzbach: 1455 wurde das Gut erstmals urkundlich erwähnt. Das barocke Gutshaus von 1727 liegt gemeinsam mit ehemaligen Nebengebäuden am Gutshof Lindenplatz. In diesem Jahr ist der Startschuss für den ersten Bauabschnitt für das entstehende Energie- und Umweltzentrum Schwarzbach erfolgt. Derzeit wird unter anderem die Biedermeierfassung der Beletage wiederhergestellt.

Schlosskapelle Guteborn: Graf Siegfried von Hoym ließ die Schlosskapelle 1737 erbauen, die 1744 durch Glocke, Uhr und Turmlaterne im barocken Stil erweitert wurde. 1755 bekam sie eine Orgel, die seither dreimal erneuert wurde. 1913 gestaltete Prinz Schönburg den Bau um, der 1946 in Kircheneigentum überführt und damit vor der Zerstörung gerettet wurde. 1996 wurde die Kapelle komplett saniert.

Evangelische Kirche Hermsdorf: Das spätmittelalterliche Haus wurde im 17. und 18. Jahrhundert zu dem heutigen rechteckigen Putzbau umgebaut. 1988 wurde der Glockenturm abgerissen, 2012 mit Fördermitteln wiederaufgebaut. Seit 2013 sind die Glocken und die alte Uhr wieder in Betrieb.

Güterschuppen Ortrand: Zur Zwischenlagerung von Gütern ist das Haus 1926 erbaut worden, mit einer Rampe auf Gleisseite und einer auf Straßenseite.

www.tag-des-offenen-denkmals.de