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| 11:29 Uhr

Altbergbau in der Lausitz
Lauchhammer fühlt sich allein gelassen

 An den Grundstücken der Windmühlenstraße beginnt der Sperrbereich des Wehlenteiches, eines Alttagebaus. Birgit Heller (64) und Nachbar Uwe Haupt (58) fühlen sich nun nicht mehr sicher in ihren Häusern. Die Hauseigentümer wollen Klarheit und Lösungen.
An den Grundstücken der Windmühlenstraße beginnt der Sperrbereich des Wehlenteiches, eines Alttagebaus. Birgit Heller (64) und Nachbar Uwe Haupt (58) fühlen sich nun nicht mehr sicher in ihren Häusern. Die Hauseigentümer wollen Klarheit und Lösungen. FOTO: Mirko Sattler
Lauchhammer. Die Bürger und die Ratsrunde der Stadt warten auf Hilfe im Kampf gegen Altbergbaulasten. Von Kathleen Weser

Hausbesitzer in Lauchhammer leben in Angst, seit vor knapp vier Wochen bekannt geworden ist, dass weitere Grundstücke auf der unsicheren Kippe eines Alttagebaus geräumt werden müssen. Denn die Hälfte des Stadtgebietes ist massiv von Bergbaufolgen, die mit dem Grundwasserwiederanstieg im alten Revier verbunden sind, betroffen. Diese Dimension ist beispiellos im Osten Deutschlands.

Vier Hauseigentümer und zwei Gewerbebetriebe mit etwa 200 Arbeitsplätzen werden abgesiedelt. Eine Familie musste das Eigenheim sofort verlassen. Deshalb haben die Ratsrunde und die Rathaus-Spitze in Potsdam erneut Alarm geschlagen. Denn: „Wir brauchen eine rechtssichere Entschädigungsregelung, die den Betroffenen auch einen Neustart ohne Abstriche ermöglicht“, fordert Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos). „Das schaffen wir als Stadt nicht allein“, sagt er.

Dass der offene Brief an das Land Brandenburg, der Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sowie Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) auch persönlich gesendet worden ist, bisher noch keinerlei Resonanz hatte, enttäuscht die Menschen in Lauchhammer zutiefst. Das haben Betroffene in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend erklärt.

„Wir bewegen uns von einer Hiobsbotschaft zur nächsten“, beklagt Sigrid Euler (Fraktion Spektrum). „Aber es ist nicht ansatzweise erkennbar, dass konzentriert daran gearbeitet wird, die von der Stadt Lauchhammer unverschuldeten Probleme zu lösen.“