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| 03:03 Uhr

Postmeilensäule kehrt nach Ruhland zurück

Baustart für das Fundament der Postmeilensäule auf dem Ruhlander Markt. Die Mitglieder vom Heimatverein schauen zu. Fotos: Manfred Feller
Baustart für das Fundament der Postmeilensäule auf dem Ruhlander Markt. Die Mitglieder vom Heimatverein schauen zu. Fotos: Manfred Feller
Ruhland. Nach Senftenberg, Lauchhammer und Ortrand erhält nun auch das Elsterstädtchen Ruhland seine kursächsische Postmeilensäule nach mehr als 180 Jahren zurück. Im Herbst soll sie auf dem Markt feierlich eingeweiht werden. Manfred Feller

Argwöhnisch von den Passanten beäugt, gräbt sich am Dienstagvormittag eine Baggerschaufel in den vor Jahren neu gestalteten Ruhlander Markt. Eine Bautafel gibt es nicht. Die Mitglieder des Heimatvereins wissen, was in der nur wenige Quadratmeter großen, flachen Baugrube entstehen wird. Die Kleinstadt Ruhland bekommt ihre Postmeilensäule wieder. Zunächst wird das Fundament gegossen. Dann heißt es warten.

Die Postmeilensäule steckt noch in einem unbekannten Cottaer Sandsteinblock. "Dieser hat in etwa die Farbe des Ruhlander Marktbrunnens", verrät Reinhard Pfennig, seit 1996 Vorsitzender des seinerzeit wiedergegründeten Heimatvereins.

Den Auftrag nach einer begrenzten Ausschreibung, die Säule aus dem Sandstein zu meißeln, hat die Firma Hain Steinrestaurierung in Meißen erhalten. "Wir legen großen Wert auf die künstlerische Qualität. Von Hain stammt schon die Ortrander Postmeilensäule. Auch am Dresdner Zwinger hat die Firma bereits gearbeitet", weiß Pfennig. Der Heimatverein möchte nichts dem Zufall überlassen.

Die Idee, die 1830 wohl wegen ihres baulichen Zustandes abgetragene und nicht aufbewahrte Postmeilensäule wieder entstehen zu lassen, sei schon in den 1950er-Jahren vom Kaufmann und Heimatforscher Reinhold Schneider verfolgt worden. Doch damals habe es dafür weder Geld noch die bei den Politikern notwendige Sympathie für das Projekt gegeben.

Die Mission erfüllt nun Reinhold Schneiders Tochter Christine Rahm mit ihren Freunden vom Heimatverein. "Seit vier Jahren arbeiten wir an dem Thema", sagt sie. Der Heimatverein habe mit sächsischer Unterstützung Einsicht in die historischen Dokumente zur Säule erhalten, damit diese originalgetreu wieder entstehen kann, so Reiner Bilz. Der 76-Jährige kümmert sich auch darum, dass sich das Rad der Matzmühle ständig dreht.

Zur Vorbereitung gehörte auch, den passenden Standort auf dem Markt zu finden. Alte Zeichnungen belegen, dass der kursächsische steinerne Wegweiser am Rande des heutigen Marktes an der vorbeiführenden Straße stand - in etwa dort, wo heute gegenüber dem Friseurgeschäft die Laterne steht. Die neue Postmeilensäule wird ein paar Meter daneben aufgestellt. Dieser Ort, so Reiner Bilz, sei deshalb gewählt worden, damit alle Durchfahrenden, auch jene, die vorher abbiegen, das Kunstwerk sehen können. Im September/Oktober soll es soweit sein, hofft Reinhard Pfennig.

Finanziert wird das Projekt zu 75 Prozent durch Fördermittel des Landes aus dem Topf der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE). Hinzu kommen kommunale Eigenmittel.

Die Postmeilensäule ist nicht das erste große Vorhaben des rührigen Heimatvereins. Er hat in Ruhland schon einige deutlich sichtbare Akzente gesetzt. Erinnert sei nur an den im Jahr 1995 aufgestellten Marktbrunnen. Später sind die Bänke drumherum dazugekommen. Auch das Anstrahlen der Kirche gehört dazu sowie die Ausgestaltung des Heimatmuseums und deren Ausstellungen.

Zum Thema:
10. Januar 2008: Antrag zum Aufstellen der Postmeilensäule beim Amt. 13. Mai 2008: Dokumentation der Säule liegt vor. 6. April 2009: Beschluss der Stadtverordneten. 7. April 2009: Ausstellung über Postmeilensäulen im Gutshof. 12. August 2011: Beantragen der Fördermittel. 20. März 2012: Zuwendungsbescheid über 20 175 Euro geht ein.

So wird die Ruhlander Postsäule aussehen.
So wird die Ruhlander Postsäule aussehen.
Laut Reiner Bilz erhält die Ruhlander Postmeilensäule das kursächsische und das polnisch-litauische Wappen.
Laut Reiner Bilz erhält die Ruhlander Postmeilensäule das kursächsische und das polnisch-litauische Wappen.