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| 17:24 Uhr

Polizeiliche Lage in Oberspreewald-Lausitz
Polizei stoppt mehr Intensivtäter

Die Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz setzt verstärkt auf Verkehrskontrollen. Viele Intensivtäter sind so schon ins Netz gegangen.
Die Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz setzt verstärkt auf Verkehrskontrollen. Viele Intensivtäter sind so schon ins Netz gegangen. FOTO: Thomas Frey / picture alliance / dpa
Senftenberg. In Senftenberg hat Polizeidirektor Rüdiger Schiesko am Montag die Kriminalstatistik für den Oberspreewald-Lausitz-Kreis vorgestellt. Die Ordnungshüter sind stolz auf ihre Arbeit. Von Jan Augustin

Dieser Coup ist Polizeidirektor Rüdiger Schiesko noch gut in Erinnerung. März 2017: Beamte wollen einen Autofahrer kontrollieren. Der geht zwar zunächst stiften, die Kollegen fassen ihn aber. Als sie den Kofferraum seines Wagens öffnen, staunen sie nicht schlecht: Dort liegen 40 leere Säcke für Blumenerde und eine Stromrechnung über 100 Euro. Da war klar, warum der Fahrer es so eilig hatte. Zuhause in einem Einfamilienhaus bei Lübbenau hatte sich der Mann eine professionelle Cannabis-Plantage aufgebaut. Für Rüdiger Schiesko, der diesen Fall bei der jährlichen Polizei-Pressekonferenz am Montag in Senftenberg aufrollt, sind stetige und möglichst häufige Verkehrskontrollen ein wichtiger Teil der Arbeit im Kampf gegen Kriminalität. Der Polizei tappen so immer häufiger auch Intensivtäter aus der Drogenszene in die Falle.

Das Niveau der Rauschgiftkriminalität im Süden der Lausitz ist nach wie vor hoch. Fast 400 Fälle zählen die Beamten im Vorjahr. Da es sich um sogenannte Kontrolldelikte handelt, liegt die Aufklärungsquote bei knapp 98 Prozent. Als die Zahl der Delikte 2014 ein Rekordhoch erreicht hatte, wurde eine Einsatz- und Ermittlungsgruppe gegründet, erinnert der Polizeidirektor: „Wir hatten damals Druck von Bürgern und Gewerbetreibenden.“ Die Gruppe kann nun stattliche Erfolge aufweisen. Prominentestes Beispiel ist ein Senftenberger Drogenkurier, der vor Kurzem vom Cottbuser Landgericht zu einer Rekord-Gesamtfreiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren verurteilt worden ist.

Nach den Zahlen der Polizei liegt die Kriminalitätsentwicklung im Oberspreewald-Lausitz-Kreis derzeit auf einem Zehn-Jahres-Tief. 7039 Fälle hat die Polizei im Vorjahr registriert. Das sind gut 100 Fälle weniger als 2016 und 3700 weniger als 2014. Auch die Aufklärungsquote ist wieder leicht angestiegen - auf jetzt knapp 53 Prozent. „Wir sind recht froh, dass wir diese Zahlen gehalten haben und die Aufklärungsquote steigern konnten“, sagt Rüdiger Schiesko.

Ines Filohn, Chef-Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd, erklärt selbstbewusst: „Das ist eine Leistung, die ihresgleichen sucht.“ Hinter diesem „außerordentlich erfolgreichen“ Ergebnis stecke viel „Man-Power“, Engagement und Kraft des Personals. 169 Polizisten arbeiten derzeit in Oberspreewald-Lausitz. Das ist der Ist-Wert. 180 sollten es aber sein, sagt Schiesko. Im Jahr 2020 soll diese Zahl erreicht sein.

Den größten Teil der Straftaten im Kreis machen weiter die Diebstähle aus. Fast die Hälfte aller Delikte kommt aus diesem Bereich. Insgesamt hat die Polizei in OSL im vergangenen Jahr, ähnlich wie 2016, 3275 Anzeigen aufgenommen. 28 Prozent der Fälle sind aufgeklärt worden. Dahinter rangieren „sonstige Straftaten“ wie etwa Sachbeschädigungen und Brandstiftungen, gefolgt von Rohheitsdelikten und Vermögensdelikten.

Polizeidirektor Rüdiger Schiesko steht am Montag in Senftenberg Rede und Antwort.
Polizeidirektor Rüdiger Schiesko steht am Montag in Senftenberg Rede und Antwort. FOTO: Jan Augustin / LR