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Platzt der Traum von großer Autofirma?

Annahütte.. Michael Treibmann hat große Pläne. Der Besitzer einer Kfz-Werkstatt in Annahütte will ins Abschleppgeschäft expandieren. Weil sein Betriebsgelände für Transporter und Unfallwagen nicht groß genug ist, hat er seinem Nachbarn ein Grundstück abgekauft. Eine mündliche Zusage vom Schipkauer Bauamtschef habe er vorab bekommen, sagt er. Nun hat die Gemeinde ihr Einverständnis zu seiner Bauvorabfrage trotzdem verweigert. Von Dörthe Hückel

Das Fundament ist schon im Boden, der Parkplatz so gut wie fertig gepflastert. Seit gut zwei Wochen sind auf dem Grundstück gegenüber der Kfz-Werkstatt von Treibmann Bauarbeiter zugange. Fast 40 000 Euro habe er schon investiert. Den Kaufpreis für das Grundstück, 1400 Quadratmeter, nicht mitgerechnet: Weil dazu ein Wohnhaus gehört, musste er fast 150 000 Euro auf den Tisch legen.
Anfang des Jahres, als er den Kaufvertrag unterschrieb, war er guter Dinge, dass sein Wunsch von einer großen Firma bald in Erfüllung geht. Kurz zuvor habe ihm Bauamtsleiter Jörg Thoma Mut gemacht. „Er sagte, dass die Gemeinde einem heimischen Unternehmer bestimmt keine Steine in den Weg legen wird.“
Vor ungefähr drei Wochen hat Treibmann bei der Gemeinde eine Bauvorabfrage eingereicht. In den Unterlagen ist auch eine Verwertungsanlage für die Schrottautos vorgesehen. „Die hatte ich damals, als ich mit Thoma sprach, noch nicht geplant“ , gibt er zu. Trotzdem habe der Kfz-Mechaniker- und Elektrikermeister weiter an die Unterstützung der Gemeinde geglaubt. Und so begann er mit den Bauarbeiten ohne eine offizielle Zusage. „Um Verträge für den Abschleppdienst zu bekommen, muss man Stellplätze vorweisen.“
Vor wenigen Tagen dann der Schuss vor den Bug: Die Gemeinde hat den Antrag zusammen mit einer ablehnenden Stellungnahme zur unteren Bauaufsichtsbehörde in Calau weitergereicht. Der stellvertretende Bürgermeister Wilfried Brödno. „Das Areal befindet sich in einem Wohngebiet.“ Der Krach, der entsteht, wenn Autos auseinander genommen werden, sei für die Anwohner nicht zumutbar.
Nun fühlt sich der Kfz-Mechanikermeister veräppelt. „Man hätte mich rechtzeitig informieren können, wenn es Probleme gibt, dann hätte ich reagieren können.“ Nur durch Umwege habe er von der Ablehnung der Gemeinde erfahren. Nun, da die Halle mitten im Bau steht, werde er nicht mehr zurückrudern. „Ich ziehe das durch, habe schon zu viel investiert.“
Sollte die untere Bauaufsichtsbehörde der Empfehlung der Gemeinde folgen und die Bauvorabfrage ablehnen, könnte Treibmann Ärger bekommen. Erst wenn er einen genehmigten Bauantrag auf dem Tisch hat, dürfe der erste Spatenstich erfolgen, so Wolfgang Kamenka, der Leiter der Behörde. Im schlimmsten Fall müsste er alles wieder abreißen. In spätestens zwei Monaten soll ihm der Bescheid zugehen. Bis dahin werden er und seine Mitarbeiter prüfen, ob die Ablehnung der Gemeinde mit dem Baugesetzbuch konform geht. In diesem Fall habe er gar keine andere Wahl, als den Antrag abzulehnen.