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| 12:07 Uhr

Unterricht im Container
Platznot in der Grundschule Großkmehlen

 Die kleine Grundschule Großkmehlen braucht mehr Platz. Die vorübergehende Erweiterung um zwei Container-Klassenzimmer soll nun endlich angeschoben werden.
Die kleine Grundschule Großkmehlen braucht mehr Platz. Die vorübergehende Erweiterung um zwei Container-Klassenzimmer soll nun endlich angeschoben werden. FOTO: LR / Catrin Würz
Großkmehlen. Seit inzwischen fast fünf Monaten wird über eine Übergangslösung für die Schule Großkmehlen beraten. Es fehlen Klassenräume. Die Container-Variante wird geprüft. Von Catrin Würz

Für die von argen Platznöten geplagte Grundschule Großkmehlen scheint sich nun doch noch eine Lösung anzubahnen. Die Schule soll zwei dringend notwendige, zusätzliche Klassenräume in Form von elektrisch beheizbaren Containern bekommen, die direkt neben der Schulturnhalle aufgestellt werden. Über diese Idee wird zwar schon seit mehreren Monaten geredet – konkret, seit im Oktober Eltern und Lehrerschaft ein lautes und deutliches SOS-Signal wegen der unzumutbaren Zustände in der Schule sendeten. Doch nach langen Diskussionen mit viel Pro und Contra wegen der zu erwartenden Kosten in jährlich fünfstelliger Höhe ist erst jetzt klar: Die Container-Variante wird von den Gemeindevertretern nun doch in die engere Wahl gezogen. „Es gibt inzwischen einen konkreten Auftrag an das Amt, die Kosten und die baulichen Voraussetzungen zu prüfen“, bestätigt der Ortrander Amtsdirektor Kersten Sickert. Das werde jetzt geschehen und die Ergebnisse sollen zur nächsten Gemeinderatssitzung im März auf dem Tisch liegen. „Dann muss eine konkrete Entscheidung der Gemeindevertreter her“, so Sickert.

Anders als ursprünglich gedacht können die Container allerdings nicht vor dem Haupteingang des U-förmigen Schulgebäudes aufgestellt werden, weil dann notwendige Abstandsflächen nicht eingehalten sind. Deshalb werden die Klassenraum-Container an einer Seite der Schulturnhalle ihren Standort finden, so Sickert. Wann genau die neuen Räume nutzbar sind – vorausgesetzt es gibt einen Beschluss der Gemeindevertreter – ist allerdings noch unklar. Immerhin muss allein für die Baugenehmigung ein Zeitraum von etwa drei Monaten eingeplant werden, gibt der Amtsdirektor zu bedenken. Ob der Einzug in die Ersatzklassenräume noch vor dem Ende des Schuljahres möglich ist, bleibt damit fraglich.

FOTO: LR / Catrin Würz

Die dramatische Platznot in der kleinen Grundschule Großkmehlen mit derzeit 173 Kindern resultiert aus dem Bauverzug bei den Sanierungsarbeiten im Schloss Großkmehlen. Denn ursprünglich wollte die Schule im Sommer 2018 zum Start des Schuljahres zwei Klassenräume und zwei kleinere Räume für Projekt- und Gruppenarbeit im Westflügel des benachbarten Wasserschlosses beziehen. Doch in dem Schloss, das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird, verzögern sich die Bauarbeiten um fast zwei Jahre, weil ein Fördermittelantrag 2017 zunächst abgelehnt und erst später angenommen wurde. Dennoch startet die Grundschule Großkmehlen 2018 - also zum einst geplanten Einzugsdatum ins Schloss – in das angestrebte pädagogische Konzept „Schule für gemeinsames Lernen“, das den Gedanken der Inklusion von Schülern mit Handicap verfolgt. Das Konzept ermöglicht den Unterricht in kleineren Klasseneinheiten bei verstärkter pädagogischer Ausstattung. Ein Konzept, für das man sich ganz bewusst entschieden habe, bestätigt Schulleiterin Martina Lorenz. Doch dafür werde auch der entsprechende Platz benötigt, der jetzt noch immer fehlt. Seit dem Schuljahresbeginn sei man auf wenig praktische Provisorien angewiesen, wie einem Raum im Sportlerheim oder dem Unterricht in der Pausenaula.

Großkmehlens Bürgermeister Gerd Müller-Hagen äußert sich in einem Infoschreiben an die Bürger der Gemeinde indes ziemlich resigniert. Der Fördermittelantrag für die Bauarbeiten im Schloss sei inzwischen positiv beurteilt und befinde sich jetzt „in den Mühlen der entsprechenden Institutionen. Diese Mühlen drehen sich, das ist leider meine Erfahrung nach zehn Jahren meines Ehrenamtes, immer langsamer“, so seine Worte. Der Gemeinde Großkmehlen wurde von Seiten des Landes nun die Fertigstellung der Klassenräume im Schloss für das Frühjahr oder den Frühsommer 2020 in Aussicht gestellt. Mit dem Bezug der Räume rechnet der Bürgermeister nun zum Schuljahr 2020/21.

 Weil für die Grundschule Großkmehlen die zusätzlichen Klassenräume im Schloss (hinten ist einer der Schlosstürme zu sehen) nicht wie geplant 2018 zur Verfügung standen, hat die Schule derzeit mit argen Platzproblemen zu kämpfen.
Weil für die Grundschule Großkmehlen die zusätzlichen Klassenräume im Schloss (hinten ist einer der Schlosstürme zu sehen) nicht wie geplant 2018 zur Verfügung standen, hat die Schule derzeit mit argen Platzproblemen zu kämpfen. FOTO: LR / Catrin Würz