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Pietätloser Witz über Brand erregt Senftenberger

Die Brandspuren an der Fassade der Stralsunder Straße sind noch sichtbar. Auch die Wohnung muss noch saniert werden.
Die Brandspuren an der Fassade der Stralsunder Straße sind noch sichtbar. Auch die Wohnung muss noch saniert werden. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Ein als Werbung fingierter Facebook-Eintrag über das tödliche Feuerunglück hat eine hitzige Debatte im Internet entfacht. Jan Augustin

Es wirkt wie eine Werbeanzeige, ist es aber nicht. Der Eintrag auf der Facebook-Seite "Du bist ein echter Senftenberger, wenn…" ist mittlerweile gelöscht, erhitzt aber immer noch die Gemüter. Die meisten Kommentatoren bezeichnen den Post als pietätlos und kritisieren den Urheber. "Bodenlose Frechheit", heißt es da unter anderem.

Den verheerenden nächtlichen Brand in der fünften Etage hatte vor gut zwei Wochen eine angeschaltete Rotlichtlampe ausgelöst. Die beiden Wohnungsinsassen konnten sich zwar zunächst retten. Doch verstarb wenige Tage später der 55-jährige Hauptmieter an seinen schweren Verletzungen. "Vor diesem Hintergrund sollte man keine Witze machen", findet auch der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Horst-Ulrich König, der sich in die Internet-Diskussion eingeschaltet hat und so auch aufklären will. Mit dem Verursacher des Eintrages stehe er mittlerweile in Kontakt.

Er habe versucht, sich zu entschuldigen, müsse nun aber auch die Verantwortung übernehmen, teilt Horst-Ulrich König auf Nachfrage mit. Die betroffene Wohnung, der Hausflur und die Fassade sollen alsbald wieder in Ordnung gebracht werden. Allerdings kann der Vermieter nicht ohne Weiteres die Wohnung räumen und sanieren, bevor der Nachlass geklärt ist, schildert Horst-Ulrich König. Die Erben müssen nun zunächst einmal den Hausrat durch eine Spezialfirma entsorgen lassen. Das ist teuer. Zwischen 5000 und 10 000 Euro, schätzt König, kostet die Entsorgung. "Wir müssen der Familie in ihrer Trauer die Entscheidung abverlangen, diesen Auftrag zu erteilen und die Kosten zu tragen oder das Erbe in Gänze auszuschlagen", erklärt Horst-Ulrich König, der die Genossenschaftsmitglieder um Verständnis für die Situation der trauernden Familie bittet.