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Schwarze Elster
Mähwerk rückt verspätet am Fluss an

Frühnebel über der Schwarzen Elster bei Buchwalde
Frühnebel über der Schwarzen Elster bei Buchwalde FOTO: Uwe Steinhuber
Großkoschen . Pflegearbeiten an der Schwarzer Elster starten in diesem Herbst verzögert. Sturmschäden haben Vorrang.

An der Schwarzen Elster bei Senftenberg wird derzeit noch kräftig Futter gemacht für Nutztiere. Die Vorländer werden vor dem Winter vertragsgemäß noch einmal von den Bauern abgeerntet. Das Grün ist in der nunmehr endenden Vegetationsperiode an Land und auch im Wasser des Heimatflusses kräftig gewachsen. Das bestätigt Verbandstechniker Volker Lehmann.

Die Mahd der Deiche startet in diesem Herbst gut vier Wochen später. Zuerst ab Ruhland in Richtung Schraden. Frühestens in zwei Wochen beginnt dann in Richtung Senftenberg auch das Beräumen der Flusssohle. Damit sind Fachfirmen beauftragt. Im Stadtgebiet Senftenberg geht die Mannschaft des Gewässerunterhaltungsverbandes „Kleine Elster – Pulsnitz“ anschließend selbst ans Werk.

Im laufenden Pflegezeitplan sind die Arbeiter wegen der Sturmschäden an den Hochwasserschutzanlagen zurückgeworfen worden. Zuerst hatte das Sturmtief Paul im Juni angegriffen. Im August hatte eine Windhose lokal über Senftenberg gewütet. Und Xavier ist im Oktober ebenfalls in den höheren Bewuchs am Fluss gefahren - vor allem im Raum Elsterwerda. Alle Kräfte und die Technik sind zunächst hier zum Räumeinsatz beordert worden. Die für das Wachstum ausgesprochen günstige Witterung hat das Kraut schießen lassen. Etwa dreimal stärker als in Sommern mit weniger kurzen Wechseln zwischen Regen- und warmen Perioden. Das Budget aber steht nur einmal bereit.

Am Fluss, der ein Gewässer erster Ordnung mit höchster Abflusspriorität ist, handelt der Gewässerunterhaltungsverband als Dienstleister im Auftrag des Landes Brandenburg. Die eigene Räumtechnik ist im Einsatz. Der Unterlauf der Elster wird zuerst gepflegt.

Das Flussvorland bei Senftenberg ist generell von Mitte Juni bis Mitte September für schwere Technik tabu. Denn seltene und deshalb streng geschützte Schmetterlinge dürfen hier nicht gestört werden. Der Schwarzblaue Ameisenbläuling legt im Vorland seine Eier in die Blüte des Großen Wiesenknopfes. Die Raupen fressen sich an der Blüte satt und lassen sich dann im Sommer auf die Erde fallen. Dort strömen sie einen Duft aus, der den Ameisen (Myrmica rubra) vorgaukelt, deren Nachwuchs zu sein. Die Insekten tragen die Raupen deshalb in ihren Bau, hegen und pflegen die Puppen. Doch diese entledigen sich der betrügerischen Duftnote zur Eigenversorgung im Frühjahr naturgemäß und machen als junge Falter dann plötzlich sehr schnell den Abflug, um der Rache der Ameisen zu entgehen. Bis zum Abgang der Raupen in das sichere Erdreich dürfen die Schutzbereiche der Elsterniederung mit den Baggern des Gewässerverbandes daher nicht befahren werden. Zudem herrscht ein Verbot, Mähgut abzulegen.

(kw)