Mit der Einführung von zwei neuen Bildungsgängen im Bereich der Kinderbetreuung will der Landkreis Oberspreewald-Lausitz einen drohenden Personalmangel verhindern. Das Thema wird an diesem Donnerstag beim Bildungsausschuss in Senftenberg (ab 17 Uhr im Landratsamt) das erste mal öffentlich diskutiert. Der Vorschlag aus dem kreislichen Schulverwaltungs- und Kulturamt sieht vor, zum Schuljahr 2020/2021 einen Bildungsgang „Berufsfachschule Soziales“ einzuführen. Zum Schuljahr 2022/2023 soll zudem der Bildungsgang „Fachschule Sozialwesen“ mit der Fachrichtung Sozialpädagogik angeboten werden. Beide Bildungsgänge sollen am Oberstufenzentrum Lausitz in Sedlitz angesiedelt werden. In der Berufsfachschule erwerben Absolventen der 10. Klassen einen ersten Abschluss zum Sozialassistenten und damit eine Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Erzieher. Die Fachschule ermöglicht dann in einer dreijährigen Ausbildung den Abschluss zum staatlich anerkannten Erzieher. Bislang sind diese beiden Ausbildungen nur bei zwei freien Trägern in Lauchhammer und Lübbenau gebührenpflichtig möglich.

Demografischer Wandel und neuer Betreuungsschlüssel

Begründet wird das Vorhaben mit einem steigenden Anteil an älterem Personal, der nicht ausreichend durch junge Mitarbeiter ersetzt werden kann. Die andere Herausforderung stellt der im Brandenburger Koalitionsvertrag vereinbarte neue Betreuungsschlüssel dar. Schrittweise bis zum Jahr 2024 soll dieser so gesenkt werden, dass dann eine Erzieherin vier Kinder in der Krippe betreut und ein Erzieher für zehn Kinder im Kita-Bereich verantwortlich ist. Aktuell liegt der Schlüssel bei 1:6 (Krippe) bzw. 1:12 (Kita). Laut Schulverwaltungsamt würde der neue Betreuungsschlüssel einen Mehrbedarf von etwa 124 Mitarbeitern bedeuten.

Im Landkreis gibt es derzeit 86 Kitas und Horte, davon 42 in freier Trägerschaft, sowie 31 Kindertagesmütter, die 7074 Kinder bis zum zwölften Lebensjahr betreuen (Stichtag 1.12.2018).