ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:35 Uhr

Streit um neue Amtswehrführung
Personal-Alarm bei Ortrander Feuerwehr

Der Konflikt ist nicht neu. Schon vor sechs Jahren wurde über die Amtswehrführung in Ortrand gestritten - und darüber in der RUNDSCHAU berichtet. Damals wurde David Langer (r.) im Amt bestätigt, obwohl die Mehrheit der Wehren hinter Sven Wielk gestanden haben soll.
Der Konflikt ist nicht neu. Schon vor sechs Jahren wurde über die Amtswehrführung in Ortrand gestritten - und darüber in der RUNDSCHAU berichtet. Damals wurde David Langer (r.) im Amt bestätigt, obwohl die Mehrheit der Wehren hinter Sven Wielk gestanden haben soll. FOTO: LR
Ortrand. Seit knapp einem Monat ist Sven Wielk Amtswehrführer in Ortrand. Die Personalie ist umstritten. Mehrere Kameraden legen ihre Funktion nieder und setzen Amtsdirektor Kersten Sickert eine Frist. Dieser steht jedoch hinter seiner Entscheidung. Von Jan Augustin

Personalknatsch bei der Ortrander Feuerwehr: Weil der bisherige stellvertretende Amtswehrführer Sven Wielk vor knapp einem Monat zum neuen Chef der Feuerwehr berufen wurde, haben insgesamt zwölf Kameraden ihre jeweiligen Funktionen niedergelegt. Bei Amtsdirektor Kersten Sickert sind deswegen in den vergangenen Tagen etliche Briefe eingeflattert - alle mit gleichem oder ähnlichem Wortlaut. Die Schreiben liegen der RUNDSCHAU-Redaktion vor. Dort heißt es etwa: „Hiermit möchte ich Sie darüber in Kenntnis setzen, dass ich meine Funktion als Ortswehrführer auf Grund der für mich unzufriedenen Bestellung der Amtswehrführung bis zum 4.März 2018 nicht ausführen werde. Über eine Weiterführung meiner Tätigkeit werde ich nachdenken und Ihnen zum gegebenen Zeitpunkt meine Entscheidung mitteilen.“

Neben den Ortswehrführern und ihren Stellvertretern aus Ort­rand, Großkmehlen, Kleinkmehlen, Lindenau, dem Katastrophenschutz-Verantwortlichen, Amtsgerätewart, Atemschutzverantwortlichen und Digitalfunkbeauftragten hat auch der Kroppener Ortswehrführer David Langer einen der Briefe unterzeichnet. Langer war bis zum 26. Januar auch der Amtswehrführer. Zwölf Jahre lang hat er das Ehrenamt ausgeübt, und wenn es nach vier von sechs Wehren geht, soll er das auch weiterhin tun. Jetzt aber ist sein bisheriger Stellvertreter Sven Wielk von Amtsdirektor Kersten Sickert berufen worden.

Und der steht zu seiner Entscheidung. Von den Kameraden, die sich jetzt kritisch geäußert haben, erwartet er, „dass sie die Entscheidung tolerieren.“ Es habe nur eine Bewerbung gegeben, argumentiert Sickert. Zudem hatte der ehemalige Amtswehrführer David Langer bereits öffentlich gesagt, einen Schritt kürzertreten zu wollen. In der entscheidenden Anhörung mit den Ortswehrführern habe dieser sich zwar eine Bedenkzeit erbeten, sich daraufhin jedoch nie gemeldet. „Mir hat er nicht erklärt, dass er noch einmal zur Verfügung steht“, schildert Amtsdirektor Sickert. Über die Hintergründe für den Disput sprechen will er nicht im Detail. „Das geht doch sehr ins Persönliche“, sagt er.

Der Konflikt in Ortrand ist nicht neu. Schon vor sechs Jahren ist über die Amtswehrführung gestritten worden. Damals hatte Kersten Sickert David Langer als Chef der Feuerwehr im Amt bestätigt, obwohl die Mehrheit der Ortswehren hinter Sven Wielk gestanden haben soll. Im Protokoll zur Pflichtanhörung wurde allerdings ein Patt von vier zu vier Stimmen verzeichnet, was damals von Ohrenzeugen entschieden zurückgewiesen wurde. Sven Wielk stellte sich damals zähneknirschend in die zweite Reihe. Jetzt steht er an der Spitze.

Zum aktuellen Streit äußert er sich nur zurückhaltend und verweist auf die Entscheidung des Amtsdirektors und den Beschluss des Amtsausschusses. Dieser soll nun zurückgenommen werden, fordern die Kritiker. Außerdem soll eine neue Anhörung aller Gruppenführer, Zugführer und Amtsführer stattfinden. Dabei sein sollen auch alle Mitglieder des Amtsausschusses und Kreisbrandmeister Tobias Pelzer. Aus seiner Sicht ist bei der Berufung jedoch alles korrekt abgelaufen. Den Streit bedauert er. „Wir haben mehrfach versucht zu deeskalieren.“ Das habe leider keine Früchte getragen. Auswirkungen auf die Zusammenarbeit und die Einsatzfähigkeit habe der Zank nicht, betont Pelzer. „Es ist aber ein Konflikt, der nicht sein muss“, sagt er.