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| 02:44 Uhr

Pendelwinter und Achterbahnsommer im Oberspreewald-Lausitz-Kreis

Wildbienen besiedeln auch die Flächen an den Neuteichen (ehemals Kokerei Lauchhammer).
Wildbienen besiedeln auch die Flächen an den Neuteichen (ehemals Kokerei Lauchhammer). FOTO: Rudolf Kupfer/rkp1
Das Wetterjahr 2016 hat der Lausitz insgesamt weitestgehend Normalwerte gebracht. Etwas anders stellt sich die Lage für den nördlichen Teil des Kreises Oberspreewald-Lausitz dar. RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer / rkp1

Hier verursachte ein großes Niederschlagsdefizit vor allem in der Vegetationszeit deutlich schlechteren Ernten als im Süden.

Einen Paukenschlag gab es nochmals am 29. Dezember: Mit 1043 Hektopascal Luftdruck wurde ein Rekord für 2016 und auch weiter zurückliegende Jahre in Großkoschen gemessen.

Das Jahr 2016 begann mit einem streckenweise winterlichen Januar. Der folgende Pendelwinter sorgte für ständiges Auf und Ab. Der Februar zeigte sich bereits frühlingshaft; gut, dass März und April die Entwicklung in der Natur dämpften.

Nach einem trockenen Mai kam im Juni die Rettung für die Lausitz. Mit 153 mm Niederschlag in Lindenau und ähnlichen Werten an anderen Messstellen konnten das Defizit ausgeglichen und teilweise Vorleistungen für den viel zu trockenen Juli gebracht werden. Dadurch hielten sich die Trockenschäden in Grenzen. Der Haupt-erntemonat August begann mit einer Regenperiode, die Landwirte, Kleingärtner und Urlauber zur Verzweiflung brachte. Für die ständigen Wetterwechsel wurde der Begriff "Achterbahnsommer" geprägt.

Das Prädikat "Schönster Monat des Jahres 2016" bekommt der September. Anhaltende Wärme und Sonnenschein, wie im Hochsommer, begeisterten wie schon lange nicht. Die Badesaison wurde verlängert und wärmeliebende Pflanzen, wie Tomaten, Gurken, Kürbisse, Paprika und anderes Obst und Gemüse brachten Rekorderträge.

Das genaue Gegenteil war der trübe Oktober mit nur 55 Stunden Sonnenschein - ein Drittel der Monatsnorm. Im November sorgte Nachtfrost am 13.November mit Minus fünf Grad Celsius dafür, dass innerhalb weniger Stunden das gesamte Laub von den Bäumen fiel, ein so noch nie beobachtetes Naturereignis.

Der Dezember war erstaunlicherweise mit 70 Stunden deutlich sonnenscheinreicher als der Oktober und der November.

Mit zu den wichtigsten Faktoren im Wetter gehören auch in der Lausitz die Niederschläge in Menge und Verteilung. Deshalb werden sie Tag genau von den Wetterfröschen gemessen und in Jahresbilanzen zusammengefasst.

Ermittelte Niederschlagsmengen für das Jahr 2016 in Millimetern je Quadratmeter: Dieter Georgi, Lauchhammer 716; Alexander Haußmann, Hörlitz 719; Siegfried Klaus, 715, Klaus Kreter 710, Günter Kobel 703 (alle Ortrand); Klaus Hirsch, Großkoschen 710; Ingo Nowak, Schipkau 709; Rudolf Kupfer, Lindenau 698; Erika Stelzer, Kroppen 679; Ronny Sommer, Buchwalde 656; Michael Wesnigk, Klettwitz 655; Roland Nicklisch, Tettau 648; Günter Kockro, Großräschen 599; Landratsamt, Calau 500; Jürgen Jentsch, Bolschwitz- Calau 475.

An zwölf Messstellen wurde die Jahresnorm von 627 mm erreicht und teilweise erheblich überboten. Erneut hat der Raum Calau ein enormes Defizit. Bei Niederschlägen gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. Bei der Sonnenscheinbilanz kann nur auf Messwerte der Station in Klettwitz zurückgegriffen werden. Mit 1626 Stunden Sonnenschein wurde 2016 exakt die Jahresnorm erreicht. Im Vorjahr waren es 1848 Stunden.

Der Pendelwinter des Vorjahres wird sich 2017 wiederholen, so die Vorhersage der Senftenberger Hobbymeteorologen.

"Eis und Schnee im Januar, kündet ein gesegnet Jahr", so gesehen, ist der Start ins neue Jahr gut gelungen.

Im "Jahr der Sonne" 2017, soll es laut 100-jährigem Kalender einen trockenen und schönen Sommer geben.

Zum Thema:
Ausgewählte Daten der Wetterstation M.Wesnigk in Klettwitz: 207 Tage mit Niederschlag, 89 Tage unter einem mm. 23. Januar größte Schneehöhe: zwölf Zentimeter. Elf Gewitter über dem Ort, weitere 32 in der Nähe Neun Hitzetage, 52 Sommertage 13 Eistage (ganztägig Frost), 91-mal Nachtfrost,