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Neues Vereinsheim
Peickwitzer machen Träume wahr

Der beschwingte Dank der Vereinsmitglieder im voll besetzten Festzelt rührt in Peickwitz zu Tränen.
Der beschwingte Dank der Vereinsmitglieder im voll besetzten Festzelt rührt in Peickwitz zu Tränen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Peickwitz. Das schmucke neue Vereinsheim des Sportvereins Germania Peickwitz macht sprachlos: Ortsvorsteher Ingo Amsel versagt pünktlich nach dem abgegebenen Kommando auf der Großbaustelle die Stimme. Kirsten Amsel, seit 24 Jahren die Frontfrau an der Spitze des Vereins, ist so gerührt vom beschwingten Dank der Mitglieder zum Lied "Ein Hoch auf uns" von Andreas Bourani im Festzelt, dass ihr die Worte erst einmal fehlen und Tränen der Freude fließen. Kathleen Weser

Herzlich und eindrucksvoll haben die Einwohner des Senftenberger Ortsteils das Werk, das sie federführend selbst eingerührt und realisiert haben, gestern gefeiert.

Fast jeder vierte Peickwitzer macht mit im Sportverein, in dem die lieben Frauen am stärksten vertreten sind. Doch auch der Fußball hat in der Bahndamm-Arena, wie das Sportzentrum nun auch hoch offiziell getauft ist, eine große Fan-Gemeinde. Beim ersten Probesitzen in der im Frühjahr erst auf dem Papier realistischen Kicker-Kabine haben die Männer unter freiem Himmel noch leichte Frostbeulen riskiert. Im strammen Zeitplan ist das Vereinsgebäude aber dann erweitert und so schön geworden, dass Spieler Alexander Schultheiss fern des Rasens auch wieder an der Bratsche trainiert - um zur Feier des Tages der Einweihung die "Ode an die Freude" zum Besten zu geben. Es gelingt ihm bravourös, die Sportfreunde damit völlig zu verblüffen. Und Ingo Amsel freut sich diebisch über die gelungene Überraschung. Auf dem Spielfeld gegen die Auswahl von Dynamo Dresden wächst Tino "Tapete" Birkigt dann über sich hinaus: Er erzielt mit einem Kopfball den Ehrentreffer für Peickwitz in der Partie, die die Gäste mit sieben Toren für sich entscheiden. Das Sportgerät kassiert der ausgewachsene Dynamo-Fan umgehend ein, um es - natürlich signiert - daheim in der Vitrine weiter anhimmeln zu können. Träume gehen in Erfüllung an diesem Sonntag in Peickwitz. Und ein ganzes Dorf freut sich mit.

Ein legendäres Spiel schreibt weiter Geschichte: Auf die erste Partie der neu gegründeten Peickwitzer Fußball-Mannschaft gegen Germania Ruhland hatte Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) mit gewettet. Seine bewusst für die Brieftasche schonende Ergebnis-Prognose von 5:1 für das Heimteam traf dann voll ins Tor. Den Wetteinsatz, ein Fass Bier, hat das Stadtoberhaupt natürlich längst eingelöst. Aus Szenen des Spiels, das mit der Fotokamera festgehalten worden war, hat die Senftenberger Malerin Wenke Richter ein Bild gemalt. Der Sportverein hat es ersteigert und wird einen Ehrenplatz im neuen Domizil dafür finden.

Die Hauptpreise der Fest-Tombola sind übrigens auch nachhaltig. Mit dem Namenszug von Birgit Rex aus Peickwitz werden die Kreisliga-Fußballer auf dem Trikot nun schwitzend werben. Auch Reimund Schönherr hat sich an der Lostrommel verausgabt und ist durch Fortuna für seinen Getränkehandel völlig unsportlich zu einer 1-A-Werbefläche gekommen.

Die Peickwitzer, die recht unkonventionell am Senftenberger Rathaus vorbei auf Fördermittel-Akquise gegangen waren, ernten bewundernde und auch neidvolle Blicke - nach Goldenem Plan Brandenburg. Und das bringt das Stadtoberhaupt auf eine zukunftsorientierte Idee: Für die 3-D-Planung im Bauamt sichert er die Rechte auf die Lego-Steine, mit denen der Ortsvorsteher das Peickwitzer Vereinhaus kühn vorgebaut hatte.