| 02:42 Uhr

Patientenrekord und spanischer Abend

Bereit, damit im Ernstfall alles reibungslos läuft: Pflegefachleiter Marko Jurisch, Dagmar Springer, Marcel Thiel, Unfallchirurg Dr. Jan Rajtmajer, Pflegerin Sarina Riedrich und die Röntgen-Assistentin Nicole Weber.
Bereit, damit im Ernstfall alles reibungslos läuft: Pflegefachleiter Marko Jurisch, Dagmar Springer, Marcel Thiel, Unfallchirurg Dr. Jan Rajtmajer, Pflegerin Sarina Riedrich und die Röntgen-Assistentin Nicole Weber. FOTO: Peter Aswendt
Senftenberg. Silvesternacht in Senftenberg. Die einen feiern ausgelassen, die anderen arbeiten. Taxifahrer, Feuerwehrkameraden, Ärzte und Pfleger, Köche und Kellner gehören dazu. Die RUNDSCHAU war in den letzten Stunden des alten und den ersten des neuen Jahres in der Silvesternacht auf Tour. Peter Aswendt

Telefondienst am Silvesterabend schiebt Christiane Döge. "Ich kenne es nicht anders. Meine Mitarbeiter haben auch Familien, die feiern wollen. Da mache ich es eben selbst", sagt die Taxiunternehmerin. Zwei Fahrzeuge hat sie im Einsatz, die ihre Stoßzeiten zwischen 18 und 20 Uhr und zwischen Mitternacht und 4 Uhr haben. "Zu diesen Zeiten sind wir komplett ausgebucht, da werden die Fahraufträge schon weit vorher bei uns gebucht", weiß die Taxichefin zu berichten. Die weiteste Fahrt führte in der Silvesternacht übrigens nach Cottbus.

Schichtwechsel stand in der Senftenberger Notaufnahme des Klinikums Niederlausitz um 22 Uhr an. Dagmar Springer und Sarina Riedrich beendeten ihren Silvesterdienst und übergaben an Pfleger Marcel und an Pflegefachleiter Marko Jurisch. Er macht den Job jetzt seit 20 Jahren und weiß, dass an bestimmten Tagen eine Besetzung der Notaufnahmen mit männlichem Personal von Vorteil ist. Dass er als Chef den Silvesterdienst schiebt, versteht sich für ihn von selbst. Bevor man sich aber in der Senftenberger Notaufnahme auf die Neujahrsnacht konzentriert, gilt es noch einen Rekord zu brechen. 16 994 Menschen hatten bis 22 Uhr im zu Ende gehenden Jahr die Senftenberger Notaufnahme genutzt. Da soll die 17 000er-Marke in der besonderen Nacht unbedingt noch geknackt werden. Los geht es für Pfleger Mathias Thiel auch gleich mit einer Nasenfraktur durch eine Vase. Wenig später dann der erste Tanzunfall des Abends, der in einer Fraktur des Unterarmes endete. In dieser Nacht sind in der Notaufnahme auch der Unfallchirurg Dr. Jan Rajtmajer und die Röntgenassistentin Nicole Weber mit von der Partie. Sie sind 24 Stunden rund um die Uhr im Einsatz.

In der Senftenberger Feuerwehr-Wache an der Briesker Straße haben Thomas Montwill, Andreas Flick und Mario Skupin Dienst. Für die Feuerwehrprofis hat der Dienst bereits um 6 Uhr morgens begonnen. "Wir machen eine 24-Stunden-Schicht", sagt der Chef vom Dienst, Thomas Montwill. Für ihn ist es in seiner sechsjährigen Berufskarriere bereits das vierte Mal, dass er Silvester im Einsatz ist. Die heiße Phase beginnt bei der Feuerwehr erfahrungsgemäß immer nach Mitternacht. Einsätze am Silvestertag gab es drei. Darunter ein Containerbrand und ein Heckenbrand. Einen Vorteil hat ihr Dienst in der Silvesternacht: Sie können das bunte Feuerwerk von exponierter Stelle genau beobachten.

Ordentlich krachen lassen haben es in der Silvesternacht die Partygänger im Senftenberger "Lido". Passend zum Thema "Spanien" gab es Paella und Serrano-Schinken. Natürlich durfte die traditionelle erotische Modenschau zu fortgeschrittener Stunde nicht fehlen.

Pünktlich um Mitternacht brach ein Donnern und Krachen über Senftenberg herein, das die Stadt in einen silbernen und goldenen Glanz hüllte. Einzig der Stadthafen, sonst Hotspot der Senftenberger, dümpelte mit wenigen Besuchern vor sich hin. Gegen 1 Uhr lag Senftenberg unter einer dicken Dunstglocke.

In der Senftenberger Notaufnahme bereiteten sich zu dieser Zeit alle auf den möglichen Ansturm, der erfahrungsgemäß gegen 2 Uhr beginnt, vor. Ein Ziel wurde aber im alten Jahr noch erreicht: Der 17 000. Patient wurde genau um 23.59 Uhr angemeldet. Alles in allem für die Diensthabenden aber eine ruhige Silvesternacht, die unter anderem mit Herzproblemen, Stürzen und Schlaganfall Arbeit bescherte. Bis zum Morgen waren es dann elf Fälle, die die Pfleger und Ärzte der Notaufnahme behandeln mussten.

Für die Senftenberger Feuerwehr ging es um 2.14 Uhr turbulent ins neue Jahr. Sie wurde zu einem Gebäudebrand nach Schipkau gerufen. Mit Hubmast-Technik an Bord ging es für die drei Kollegen vom Dienst dann mit Blaulicht und Martinshorn zum ersten Einsatz im neuen Jahr.