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Ovationen für Mozart-Projekt

Am Ostermontag begeisterte der Mozart-Projektchor zum zweiten Mal seine Zuhörer in der Kirche Ruhland.
Am Ostermontag begeisterte der Mozart-Projektchor zum zweiten Mal seine Zuhörer in der Kirche Ruhland. FOTO: Bernd Balzer
Ruhland. Nach den gefeierten Premieren vor zwei Jahren hat der Mozart-Projektchor der Region nun am Osterwochenende erneut einen bejubelten Auftritt mit seiner szenischen Aufführung der „Zauberflöte“ und des „Requiem“ in der Kirche Ruhland geboten. Neben den Chorsängern und den Solisten von der Musikhochschule Dresden war erstmals auch das Orchester Saint- Pierre-Fusterie aus Genf dabei. Von Bernd Balzer

Angefangen hatte alles vor drei Jahren. „In Vorbereitung auf das 160-jährige Bestehen des Männergesangvereins 1846 Ruhland wollten wir mal etwas ganz Großes machen. Passend zum Mozartjahr 2006 kamen wir schnell auf die ,Zauberflöte’ und das ,Requiem’“ , erinnert sich Michael Zumpe, Chorleiter, Dirigent und Initiator des Projektes. Er scharte mehr als 120 Sängerinnen und Sänger aus den Chören aus Lauchhammer, Ruhland, Finsterwalde, Massen, Doberlug-Kirchhain, Vetschau, Lübben, Sacrow-Waldow, Jessern, Altdöbern, Großräschen, Schipkau und Klettwitz um sich, dazu Studenten und Absolventen der Musikhochschule Dresden und Berufsmusiker des Brandenburger Kammerorchesters.
In vielen Übungsstunden in den einzelnen Orten widmeten sich die Sängerinnen und Sänger der schwierigen Materie der lateinischen Sprache. Ein gewaltiger Chor entstand, der sich im April 2006 in Lübben zur ersten gemeinsamen Chorprobe und vier Monate später zur Premiere des Mozart-Projektes traf. Weitere Aufführungen in den Kirchen in Finsterwalde und Ruhland folgten – jedesmal mit stehenden Ovationen des Publikums.
Der Erfolg beflügelte den Mozart-Projektchor weiterzumachen. Michael Zumpe nahm Kontakt zum Orchestre Saint-Pierre-Fusterie aus Genf auf. Aus terminlichen Schwierigkeiten kam 2007 leider keine Aufführung des Mozart-Projektes in der Schweiz zustande. Aber: Die 40 Musiker des Kirchenorchesters unter der Leitung der Präsidentin Dominique Baud kamen nun zum diesjährigen Osterfest nach Ruhland. Aufführungen in den evangelischen Kirchen in Peitz und noch einmal in Ruhland wurden organisiert. Die Künstler des Orchestre Saint-Pierre-Fusterie hatten sogar zusätzlich die Ouvertüre der Zauberflöte eingeübt, sodass die Aufführungen noch eindrucksvoller wurden.
Das empfand das Publikum genauso: „Ich fand die Aufführung heute noch besser als 2006. Das Orchester war stark, ebenso der Papageno. Alles war prima“, freute sich Ilse Ritter aus Schwarzheide und auch Olaf Doch aus Hörlitz schwärmte: „Live so etwas zu erleben, ist etwas ganz anderes als es im Fernsehen zu sehen.“
Auch Peter Iwanowski aus Berlin fand die Aufführung exzellent. Für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, nach Ruhland zu kommen, denn seine Tochter Patricia spielt im Genfer Orchester mit. Reinhard Noack aus Lipsa war ebenfalls voll des Lobes: „Das war noch eine Nummer besser als beim ersten Mal. Ich bin sehr, sehr beeindruckt.“ Und Johannes Fiedler aus Schwarzbach lobte: „Es ist erstaunlich, was Laien so auf die Beine stellen können.“
Für die Sänger und Musiker gab es am Montagabend in Ruhland wieder stehende Ovationen vom Publikum. Der Mozart-Projektchor kam deshalb um eine Zugabe nicht herum – das Lacrimosa aus Mozarts Requiem erklang ein zweites Mal.
Auch das Genfer Orchester ist sehr an einer Aufführung in der Schweiz interessiert. „Wir hoffen sehr, dass es zu einem internationalen Programm mit Ausschnitten aus der ,Zauberflöte’ und dem ,Requiem’ kommt“ , so Antje Sörensen und Florence Krauskopf vom Orchestre Saint-Pierre-Fusterie.