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Kleinod in Hosena
Otts Loch hat sich gewandelt vom Dreckfleck zum Schmuckstück

Hier stinkt nichts mehr: Otts Loch im Senftenberger Ortsteil Hosena lockt heute Spaziergänger an.
Hier stinkt nichts mehr: Otts Loch im Senftenberger Ortsteil Hosena lockt heute Spaziergänger an. FOTO: Richter-Zippack
Hosena. Sanierte Hosenaer Müllkippe wird von Einwohnern angenommen

„Otts Loch stinkt doch“, hieß es früher im Hosenaer Volksmund. Dann trug der Wind die Gerüche der dortigen Mülldeponie über den Industrieort. In diesem Jahr jährt sich der Beginn der Sanierung des damaligen Dreckflecks unweit der Nordstraße zum zehnten Mal.

Inzwischen ist von der früheren Nutzung kaum mehr etwas zu sehen. Stattdessen nutzen die Einheimischen Otts Loch zum Verweilen und für Spaziergänge. Mancher nimmt an heißen Tagen sogar ein Bad im klaren Wasser. Auch Fische leben inzwischen dort. Nach Angaben von Ortsvorsteher Hagen Schuster kommen in dem nicht mal einen Hektar großen Gewässer unter anderem Hechte, Karpfen und Welse vor.

„Die Hosenaer sind mit der sanierten Mülldeponie sehr zufrieden“, weiß Schuster aus vielen Gesprächen. Er selbst lebt nur einen Steinwurf von Otts Loch entfernt. Die Bevölkerung habe das neue Kleinod super angenommen. Die aufgestellte Sitzgruppe werde reichlich genutzt. Oft seien an den Ufern Spaziergänger unterwegs. Müll habe seit der Sicherung der alten Deponie dort niemand mehr abgeladen. „Das haben die Bergbausanierer auch clever gemacht“, begründet Hagen Schuster. Durch die dichte Bepflanzung und die Steinschüttungen könne kein Abfall mehr entsorgt werden.

Otts Loch, das zum Teil der Stadt Senftenberg, zum Teil privaten Eigentümern sowie einer Erbengemeinschaft gehört, war früher eine Glassandgrube. Später kippten die Hosenaer dort ihren Müll hinein. In den Jahren 2008/2009 wurde der Schandfleck durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gesichert. „Inzwischen ist Otts Loch ein richtiges Schmuckstück geworden“, resümiert Ortsvorsteher Schuster.