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| 10:46 Uhr

Leitstelle Lausitz: In vielen Lausitzer Orten wird noch geprüft / Absage auch in Lübben
Osterfeuer werden wegen Trockenheit abgesagt

 Lediglich in Großkoschen wird in diesem Jahr in Senftenberg ein Osterfeuer entzündet.
Lediglich in Großkoschen wird in diesem Jahr in Senftenberg ein Osterfeuer entzündet. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Traditionell in der Osternacht werden in Lausitzer Städten und Dörfern Osterfeuer entzündet. Doch 2019 sorgt die anhaltende Trockenheit für Absagen. In vielen Orten der Lausitz und in Elbe Elster sind laut Leitstelle Lausitz der Feuerwehr wegen der hohen Waldbrandwarnstufen derzeit noch Prüfungen im Gange. In Lübben und in Oberspreewald-Lausitz gab es bereits Absagen. Von Torsten Richter-Zippack

Eigentlich sollten gleich an drei verschiedenen Tagen in Lauchhammer Osterfeuer brennen. In mehreren Ortsteilen wollten die Einheimischen den Winter mit der Kraft der Flammen endgültig vertreiben. Doch daraus wird in diesem Jahr nichts. Am Gründonnerstag hat die Stadt Lauchhammer sämtliche Genehmigungen für die Feuer widerrufen, informiert Ordnungsamtsleiter Steffen Schröter. Der Grund: Seit Gründonnerstag gilt im OSL-Kreis die höchste Waldbrandwarnstufe. Bereits seit Ende März hat es in der Region nicht mehr richtig geregnet. Nach Angaben des Großkoschener Hobbymeteorologen Klaus Hirsch sind in diesem Monat erst 2,4 Millimeter Niederschlag gefallen. Die Monatsnorm bewegt sich bei 42,2 Millimetern.

In Schwarzheide wird es zu Ostern 2019 ebenfalls keine Feuer geben. „Aufgrund der hohen Waldbrandwarnstufe wurden keine Osterfeuer genehmigt“, sagt Sprecherin Ute Kolanowski. Im vergangenen Jahr gab es drei genehmigte private Veranstaltungen.

In Senftenberg ist lediglich ein Osterfeuer beantragt und genehmigt worden, informiert Stadtsprecher Andreas Groebe. Es findet im Ortsteil Großkoschen statt. Um es anzünden zu dürfen, gibt es strenge Auflage, sagt das städtische Ordnungsamt.Demnach dürfe das Feuer nicht bei starkem Wind entfacht werden. Bei starker Rauchentwicklung oder Funkenflug müsse es umgehend gelöscht werden. Ein ausreichender Abstand zu Gebäuden und brandgefährdeten Materialien sei zu gewährleisten. Zudem müssen diverse Löschmittel bereitgehalten werden. Die Anwohner dürfen nicht durch Rauch belästigt werden. Und letztendlich sei das Feuer bis zum vollständigen Erlöschen der Glut zu bewachen. Anschließend gelte es, den Abbrennplatz entsprechend zu beräumen. Beim Großkoschener Osterfeuer, so teilt Andreas Groebe mit, sei der örtliche Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt vor Ort.

In Großräschen werden in der Osternacht mehrere offizielle Feuer lodern, informiert Ordnungsamtsleiterin Susanne Schapp. Sie finden in Saalhausen auf der Wiese von Gastwirt Christoph Gropp, im Ortsteil Barzig, in Allmosen am Rodelberg, in Wormlage und in Großrä­schen-Ost auf der Festwiese am Lerchenweg statt. Für letzteres Feuer ist die Freiwillige Feuerwehr Großräschen-Ost der Veranstalter. Aufgrund der hohen Waldbrandwarnstufen ist eine extra Genehmigung vonseiten der örtlichen Feuerwehr erforderlich.

Auch in den Schipkauer Ortsteilen, mit Ausnahme von Klettwitz, wird am 20. April zu Osterfeuern eingeladen, teilt Bauamtsleiter Martin Konzag mit. Inklusive der angemeldeten privaten Veranstaltungen summiert sich die Anzahl der Osterfeuer auf 20, genauso viele wie vor zwölf Monaten. Die jeweiligen Protagonisten wurden bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Gefahrenlage erhöht hat und dass sie noch vorsichtiger mit dem Feuer umgehen sollten. „Zudem empfehlen wir“, sagt Konzag, „die zentral organisierten Osterfeuer zu besuchen. Dies fördert letztlich auch den Zusammenhalt in den Ortsteilen.“

Für das Amt Ruhland sind zwei öffentliche Osterfeuer erlaubt, kündigt Marina Günzel von der Verwaltung an. Zum einen ist am Arnsdorfer Jugendklub der Winter bereits am Gründonnerstag mit den Flammen ausgetrieben worden. Am Karsonnabend lädt der Militär-Verein Schwarzbach zum Feuer auf den Festplatz ein.

Im Amt Ortrand sind drei öffentliche und vier private Feuer zu Ostern genehmigt, informiert Ordnungsamtsleiter René Zernick. Das erste Feuer brannte bereits am Gründonnerstag in Kleinkmehlen. Für den Sonnabend sind öffentliche Osterfeuer im Ortrander Schwimmbad sowie an der Lindenauer Parkbühne erlaubt. Im Amt Ortrand gibt es zusätzlich die Auflage, dass das Verbrennungsmaterial frühestens 48 Stunden vor dem Entzünden aufgeschichtet werden darf. Damit soll die Gefährdung der Einquartierung von Kleintieren minimiert werden. Bevor die Feuer entzündet werden können, erfolgt die Abnahme durch den Amtsbrandmeister im Beisein der örtlichen Kameraden.