ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:44 Uhr

OSL-Landrat spricht jetzt für die Energieregion Lausitz

Senftenberg/Cottbus. Der Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Siegurd Heinze (parteilos), ist neuer Sprecher der Energieregion Lausitz. Den Staffelstab übernahm er kürzlich von seinem Amtskollegen aus Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU). Jan Augustin

Für Siegurd Heinze steht fest: "Das Jahr 2016 wird regional ganz im Zeichen des Strukturwandels stehen." Deutlich angekündigt habe sich diese Entwicklung bereits im Vorjahr, teilt der neue Sprecher der Energieregion Lausitz mit. "Der letzte Kohlezug verließ den Tagebau Cottbus-Nord am 23. Dezember, und der Pariser Klimagipfel setzte mit dem Weltklimaabkommen klare Ziele." Mit dem diesjährigen Verkauf der Vattenfall-Braunkohlensparte und der Diskussion zum Fahrplan für einen Kohleausstieg seien bereits zwei Themen zum Jahresanfang ganz präsent. Heinze: "Dies läuft auf wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Region hinaus." Deshalb komme es darauf an, dem seit mehr als 25 Jahren laufenden Strukturwandel in der Region innerhalb der Wirtschafts- und Regionalentwicklung zusätzliche Impulse und Gestaltungskraft zu verleihen.

"Dies braucht Ressourcen, und deshalb haben sich die Landkreise und die Stadt Cottbus auch vor Jahren kooperativ als Energieregion Lausitz zusammengeschlossen", erklärt Heinze.

Die wichtigsten Lausitzer In-frastrukturprojekte standen jüngst auch bei einem Forum der Energieregion auf der Tagesordnung.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) habe bestätigt, dass sich wichtige Streckenabschnitte wie die Ortsumfahrungen Elsterwerda-Plessa und Lübben in der Planungsphase befinden und realisiert werden. Das teilt der Geschäftsführer der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH, Norman Müller, mit. Priorität beim Ausbau des Schienennetzes hätten unverändert der zweigleisige Ausbau der Strecke Cottbus - Lübbenau und die Elektrifizierung der Strecke Cottbus - Horka. Fest stehe auch, dass die Investitionen des Landes in die Planung von Infrastrukturmaßnahmen in den nächsten Jahren auf dem Niveau von rund 30 Millionen Euro stabil bleiben werden. Hier gebe es Handlungsbedarf. "Die Planungsmittel des Landes sind sehr gering. Auch im Bundesverkehrswegeplan enthaltene Maßnahmen werden nicht automatisch realisiert", sagt Müller. Das zeige die B 169 deutlich. Eine gute Strategie des Landes wäre ein ausreichender Planungsvorlauf.

Müller hat dennoch Hoffnung: "Die noch nicht ausgebauten Straßenabschnitte oder Bahnverbindungen, die bereits seit Jahren im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) festgeschrieben und verankert sind, sind nicht vom Tisch."

Auch im Schienenverkehr gebe es mit dem Stufenkonzept aus dem Berliner Raum Initiativen zur Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs Berlin - Breslau, erklärt Müller. Demnach soll in diesem Jahr wieder ein Zug von Berlin über Cottbus die Europäische Kulturhauptstadt 2016 Breslau anfahren. Laut Müller soll der Kulturzug ab dem Frühjahr bis Herbst einmal am Tag verkehren. Mit der Stufe III (2025 bis 2030) soll zudem die Elektrifizierung der Strecke Berlin - BER - Cottbus - Forst - Breslau die Voraussetzung schaffen, die Strecke ins Transeuropäische Netz (TEN) aufzunehmen.

Die Energieregion Lausitz werde die Entwicklungen auch in diesem Jahr intensiv verfolgen, sich weiter für eine Realisierung starkmachen und den Dialog fortsetzen, verspricht Norman Müller. "Unsere Hoffnungen und Erwartungen sind nach wie vor hoch.

Wir werden die Umsetzung des Stufen-Konzeptes zur Revitalisierung des Eisenbahnverkehrs Berlin - Breslau ebenso unterstützend begleiten wie die Entwicklung unserer angemeldeten Projekte im BVWP 2015", so Norman Müller.