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| 15:07 Uhr

Nabu-Aktion
Sperlinge und Meisen sind häufigste Gartenvögel

 Haussperlinge sind auch im OSL-Kreis die am häufigsten gezählten Gartenvögel.
Haussperlinge sind auch im OSL-Kreis die am häufigsten gezählten Gartenvögel. FOTO: dpa / Nicolas Armer
Senftenberg/Lübbenau. Fast 100 Naturfreunde haben Anfang Mai über 2300 Vögel im OSL-Kreis gezählt. Von Torsten Richter-Zippack

Der Haussperling ist der häufigste Gartenvogel zwischen Spreewald und Kmehlener Bergen. Naturfreunde haben anlässlich der Nabu-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ 330 Exemplare dieser Art gezählt. Pro Garten kommen statistisch knapp fünf dieser Vögel vor. Platz zwei belegt mit 220 Tieren die Kohlmeise, knapp gefolgt von den 217 Feldsperlingen. Auf den folgenden Rängen finden sich Stare, Amseln und Blaumeisen wieder, informiert der Naturschutzbund Deutschland. Im OSL-Kreis hatten 93 Vogelfreunde in 68 Gärten 73 verschiedene Arten gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es teils erhebliche Rückgänge. Bei den Haussperlingen belaufen sich die Verluste auf 21 Prozent, beim Feldsperling auf zwölf Prozent. Die Kohlmeise hat dagegen im Vergleich zum Jahr 2018 um ein Viertel zugenommen.

Darüber hinaus wurden im Oberspreewald-Lausitz-Kreis mancherorts auch ungewöhnliche Gartenvögel gesichtet. Dazu gehören beispielsweise insgesamt fünf Weißstörche, 15 Kraniche und zwei Gebirgsstelzen.

Auch in den Nachbarlandkreisen Spree-Neiße und Elbe-Elster haben sich die Haussperlinge die Spitzenpositionen bei der Stunde der Gartenvögel gesichert. Auf Rang zwei kommen in beiden Kreisen hingegen die Stare. Es folgen Feldsperling und Kohlmeise.

Brandenburgweit haben an der Aktion 2564 Naturfreunde teilgenommen. Sie zählten in über 1500 Gärten mehr als 55 000 Vögel in 132 Arten. Im größten ostdeutschen Flächenland liegen ebenfalls die beiden Sperlingsarten ganz vorn. Rang drei nehmen die Stare ein.

Bundesweit resümiert der Nabu, dass Spatzen- und Waldvögel deutlich häufiger als in den Vorjahren beobachtet worden sind. Rückgänge gibt es hingegen bei Gebäudebrütern und Insektenfressern, insbesondere bei den Schwalben. Dieser Trend bestätigt sich auch im OSL-Kreis. Dort wurde während der Stunde der Gartenvögel ein Minus von 15 Prozent bei den Rauch- und sogar minus 66 Prozent bei den Mehlschwalben gemeldet.

Über die Ursachen gibt es vonseiten der Naturschützer bislang keine konkreten Angaben. Möglicherweise könnte das teilweise regnerische und kühle Wetter die Zählergebnisse beeinflusst haben. Da bei Regen keine Insekten unterwegs sind, gab es für die Schwalben und weitere Arten auch keine Jagderfolge. An einem sonnigen Tag hätten die Ergebnisse wahrscheinlich anders ausgesehen.

Die Stunde der Gartenvögel gibt es seit den Jahren 2004/2005. Sie wird vom Nabu Deutschland und vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern organisiert. Gezählt wird an drei Maitagen für jeweils eine Stunde. Das Ziel besteht laut den Protagonisten darin, ein möglichst detailreiches Bild über die Vogelwelt in den bewohnten Gebieten Deutschlands zu erhalten. Adäquat dazu existiert seit rund anderthalb Jahrzehnten die Stunde der Wintervögel. Diese findet bereits Anfang Januar statt.