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OSL-Kreis geht in die Breitband-Offensive

Der Breitbandausbau geht auch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis voran. 63 Prozent der Haushalte haben einen schnellen Internetanschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde.
Der Breitbandausbau geht auch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis voran. 63 Prozent der Haushalte haben einen schnellen Internetanschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. FOTO: Oliver Berg/dpa
Senftenberg. Für den Oberspreewald-Lausitz-Kreis ist der Breitbandausbau eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Jahr. Klappt alles so, wie es sich die Verwaltung vorstellt, kann fast jeder aus OSL im schnellen Internet surfen. Jan Augustin

Das Internet im Oberspreewald-Lausitz-Kreis ist schneller als im Landesdurchschnitt. Gut die Hälfte aller Haushalte kann mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im World Wide Web surfen. Drei Viertel aller Gebäude werden mit 30 Mbit/s versorgt. Das geht aus einer Statistik der OSL-Kreisverwaltung hervor. Im Durchschnitt sind in Brandenburg nur knapp 43 Prozent mit der schnellen 100-Mbit-Rate versorgt.

Der Landkreis will trotzdem in die digitale Infrastruktur investieren. 14,7 Millionen Euro sind eingeplant. Ein entsprechender Fördermittelantrag wird derzeit in Potsdam geprüft. Demnach sollen das Land 4,4 Millionen und der Bund 8,8 Millionen Euro dazugeben. Der Eigenanteil des Kreises soll bei knapp 1,5 Millionen Euro liegen. Im Februar wird der Bescheid erwartet. Sollte der positiv sein, könnte der Breitbandausbau im dritten Quartal dieses Jahres starten. Zuvor ist noch eine europaweite Ausschreibung notwendig, teilt der Breitbandbeauftragte des Kreises, Jörg Cronauge, auf Nachfrage mit.

"In nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens und Wirtschaftens benötigen Bürger und Unternehmen aufgrund neuer Technologien und Dienstleistungen eine hohe Breitbandverfügbarkeit. Leistungsfähige Breitbandnetze sind die Grundlage für eine schrittweise Ausgestaltung der digitalen Gesellschaft", erläutert Cronauge. Vorgesehen sind 22 Kabelverzweiger im Bestandsausbau, 102 neue Kabelverzweiger und 474 direkte Glasfaseranschlüsse. "Damit wären dann 98,4 Prozent alle Haushalte mit mindestens 30 Mbit/s versorgt, 97,1 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s", erklärt Jörg Cronauge.

Dass schnelles Internet längst nicht Alltag ist im Kreis, zeigt ein genauerer Blick auf die Statistik. Am langsamsten surfen die Luckaitztaler. Gerade einmal 5,6 Prozent der 430 Haushalte können bis zu 30 Mbit/s nutzen. Mit längeren Wartezeiten müssen aber auch die Bürger in Bronkow, Neu-Seeland und Schwarzheide zurechtkommen. In Lauchhammer und Neupetershain hingegen sind deutlich mehr als 90 Prozent aller Haushalte mit schnellstem Internet versorgt. Die Lauchhammeraner Ortsteile Kleinleipisch und Grünewalde zum Beispiel sind bestmöglich angeschlossen, weil hier ein regionaler Internetanbieter Glasfaser bis ins Haus verlegt. Bandbreiten bis in den Gigabit-Bereich werden so möglich. "Dennoch kann man sagen, dass die Breitbandversorgung in ländlichen Regionen oft nicht ausreichend ist, also gemäß der Richtlinie eine Unterversorgung vorliegt (Download weniger als 30 Mbit/s)", erläutert Cronauge.

Bald verschwinden sollen auch die weißen Flecken im Spreewald. Dafür hatte das Ministerium für Wirtschaft und Energie Ende vergangenen Jahres schon grünes Licht gegeben. Die Region soll vom Konzept "Brandenburg - Glasfaser 2020" profitieren, erklärte Minister Albrecht Gerber (SPD). Die Telekom werde die Glasfaser-Infrastruktur ausbauen. Dafür hatte die Brandenburger Investitionsbank 8,25 Millionen Euro an Landesmitteln bewilligt. Vorgesehen ist eine kreisübergreifende Erschließung über eine Trassenlänge von 285 Kilometern, davon 23 Kilometer überirdisch und 262 unterirdisch. Es sollen 173 Kabelnetzverzweiger ertüchtigt werden. Abgeschlossen sein soll der Ausbau bis zum Ende der Legislatur.

In Brandenburg sind inzwischen 50 Prozent aller Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen bis zu 60 Megabit pro Sekunde versorgt. Im Dezember hatte Albrecht Gerber im Calauer Ortsteil Bolschwitz symbolisch den 1919. Verteilerkasten in Betrieb genommen. Damit sei das vor zwei Jahren begonnene Konzept umgesetzt worden. Brandenburg sichere sich in Ostdeutschland einen Spitzenplatz. Das 100-Millionen-Euro-Projekt habe die EU mit 55 Millionen Euro gefördert. Dabei wurden fast 2900 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Bis Ende 2017 sollen in Brandenburg drei Viertel aller Haushalte Anschlussmöglichkeit ans schelle Internet bekommen, kündigte Gerber damals an.