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OSL hat erste Wohnungsangebote

In Schipkau werden derzeit in der Rosa-Luxemburg-Straße derzeit Wohnungen für Flüchtlinge und Asysbewerber hergerichtet.
In Schipkau werden derzeit in der Rosa-Luxemburg-Straße derzeit Wohnungen für Flüchtlinge und Asysbewerber hergerichtet. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. 50 neue Plätze für Asylbewerber sollen Mitte April im Wohnverbund Schipkau bezogen werden. Im 2. Bauabschnitt der Gemeinschaftsunterkunft in Lauchhammer sind 128 zusätzliche Plätze geplant. Darüber hinaus will der Landkreis Wohnungen von privaten Hauseigentümern mieten. Heidrun Seidel

Die ersten Angebote, Wohnraum für Flüchtlinge auch in privaten Häusern bereitzustellen, sind bei der Verwaltung des Oberspreewald-Lausitz-Kreises eingegangen. "Es handelt ich dabei vor allem um Einlieger- und Ferienwohnungen", sagt Sozialdezernent Alexander Erbert (CDU). Mit fünf konkreten Wohnungen sei die Resonanz zwar noch verhalten, doch es habe darüber hinaus viele Anfragen zu den Modalitäten der Vermietung und zu den künftigen Bewohnern gegeben. Daraus schließt Erbert, dass es Interesse, aber ebenso noch etliche Unsicherheiten gibt. "Wir werden in Kürze eine FAQ-Liste, also mit häufig gestellten Fragen, auf die Homepage des Landkreises stellen", kündigt er an. Darin könnten sich dann die Interessenten erste Auskünfte holen. Der Landkreis hatte vor kurzem in Anzeigen um Wohnungen in Privathäusern geworben, die für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können. Damit beschreitet er einen neuen Weg. Asylbewerber und Flüchtlinge sind - wenn sie bereits einen bestätigten Aufenthaltstatus hatten - zwar auch bisher schon in Wohnungen außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte gezogen. Die haben allerdings die Großvermieter der Region, wie die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg oder die Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS) Lübbenau, bereitgestellt. Sie werden auch künftig gefragt sein. Dennoch erhofft der OSL-Kreis auch Angebote privater Hauseigentümer.

Die von ihnen angebotenen Wohnungen müssen möbliert und sollten mit dem öffentlichem Personennahverkehr erreichbar sein. Es muss Gelegenheit zum Einkaufen geben, ebenso wie für medizinische Versorgung. Für die Anmietung der Wohnungen orientiert sich der Kreis an der Richtlinie für die Kosten der Unterkunft, die beispielsweise für Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung gelten. Das heißt: Die Mieten bewegen sich je nach Standort zwischen 4,32 und 4,88 Euro je Quadratmeter. "Wir gehen davon aus, dass für diese Vermietungen vor allem Flüchtlingsfamilien infrage kommen", so Erbert. Aktuelle Verträge gibt es noch nicht.

"Nach 137 Aufnahmen in 2013 und 261 Aufnahmen in 2014 erwartet Oberspreewad-Lausitz ein erneut deutlich höheres Zuweisungssoll für das laufende Jahr", heißt es in einer Konzeption, mit der sich der Landkreis der Aufgabe stellt. Die Verwaltung schätzt ein, dass in diesem Jahr mit 450 Zuweisungen zu rechnen ist. Auch wenn ein Weggang von etwa 100 Asylbewerbern oder Flüchtlingen vermutet wird, reichen die bisherigen Unterkünfte nicht aus. Deshalb wird neben der Werbung um Privatwohnungen Mitte April ein weiterer Aufgang mit 50 Plätzen als Wohnverbund in Schipkau bezugfertig sein. Die Arbeiten laufen. Die Unterkünfte im zweiten Bauabschnitt in Lauchhammer sollen ab Juni schrittweise bezogen werden und 128 Plätze bieten. Bis zum Jahresende soll, so Alexander Erbert weiter, die Nutzung des Schullandheimes als Gemeinschaftsunterkunft auslaufen. Eine Gemeinschaftsunterkunft im Lübebnauer Ortsteil Kittlitz soll vorübergehend 130 Menschen aufnehmen können.

Wenn dann noch im Wequa-Hotel 13 Menschen untergebracht werden und die Flüchtlinge in Sedlitz enger zusammenrücken, kann die derzeit vermutete Anzahl der Plätze von 450 erreicht werden, hofft Erbert.

Zum Thema:
Per 31. Dezember 2014 lebten im Kreis 417 Asylbewerber und Flüchtlinge in den verschiedenen Wohnformen. Die Gemeinschaftsunterkunft Sedlitz verfügt über 131 Plätze, von denen zum Stand 9. Januar 2015 126 belegt waren. Sie war 2014 um 27 Plätze erweitert worden. In Lauchhammer sind 2014 im ersten Bauabschnitt einer neuen dauerhaften Unterkunft 60 Plätze geschaffen worden. Im zweiten Bauabschnitt sollen jetzt 120 weitere Plätze entstehen.Das Schullandheim "Am Alten Wehr" in Senftenberg , das vorübergehend genutzt werden soll, bietet 32 Plätze im Haupthaus und ist voll belegt. Der Wohnverbund in Schipkau - ein Aufgang im Wohnhaus in der Rosa-Luxemburg-Straße - kann 47 Menschen aufnehmen. Zurzeit sind es 43.Mit dem Stichtag 11. Februar 2015 lebten 151 Menschen in 45 Wohnungen im Landkreis, so in Senftenberg, Großräschen, Schipkau, Altdöbern, Lübbenau, Hosena, Raddusch, Calau, Lauchhammer und Vetschau. Interessierte Vermieter können Wohnungen beim Kreissozialamt anbieten oder sich dort Antwort auf Fragen einholen. Telefonisch über 03573 8704183 oder 8704183 und per Mail unter sozialamt@osl-online.de.