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| 02:47 Uhr

Ortrander Rathaustreff thematisiert Hochwasserschutz

Das Gabelwehr bei Lindenau gehört zu den erneuerten Wehren an der Pulsnitz im Landkreis OSL. Gegenwärtig wird das Wehr in Heinersdorf/Kroppen erneuert.
Das Gabelwehr bei Lindenau gehört zu den erneuerten Wehren an der Pulsnitz im Landkreis OSL. Gegenwärtig wird das Wehr in Heinersdorf/Kroppen erneuert. FOTO: Rudolf Kupfer/rkp1
Ortrand/Lindenau. Vier Kilometer der Pulsnitz zwischen Ort rand und Lindenau waren Thema des 31. Rathaustreffs des Heimatvereins "1912" für Ortrand und Umgebung. Rudolf Kupfer /rkp1

Referent Klaus Hauptvogel aus Ortrand trug im Vortrag jahrzehntelange Beobachtungen als Anlieger der Pulsnitz vor.

Er analysierte die Hochwasser in den zurückliegenden Jahren, insbesondere das Jahrhunderthochwasser vom September 2010, bei dem unter anderen für drei Tage die A 13 in Höhe Ort rand wegen Überflutung gesperrt werden musste. Am Gabelwehr bei Lindenau setzten damals gewaltige Massen von Schwemmsand die neu geschaffene Fischtreppe außer Betrieb.

Solche dramatischen Ereignisse machen Versäumnisse der Vergangenheit und Fehler in der Planung besonders sichtbar und sind immer wieder eine Herausforderung langfristig am Hochwasserschutz, so auch an der Pulsnitz, zu arbeiten, so der Referent.

Gegenwärtig läuft ein weiteres Planfeststellungsverfahren für den Hochwasserschutz im Stadtgebiet Ortrand. Das Projekt umfasst die Herstellung des Deichkörpers, Eintiefung und Verbreiterung der Gewässersohle an der Brücke an der A 13 und die Einrichtung eines Geschiebefanges (Schwemmsand).

Die Mitwirkung der Anlieger und Beteiligten ist besonders wichtig, um Erfahrungen und Erkenntnisse zu nutzen und damit Fehler aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen, waren sich die Teilnehmer des Ratsgespräches einig. Klaus Hauptvogel wird im Auftrage des Naturschutzbundes Senftenberg eine schriftliche Stellungnahme für dieses Vorhaben bis zum 4. März erarbeiten.

Natur- und Heimatfreund Werner Lindner aus der Pulsnitzstadt Königsbrück begrüßte die kritische Art, mit der der Referent Mängel und Versäumnisse zum Hochwasserschutz im Vortrag dargestellt hatte.

Veränderungen sind nötig, sagt auch Bürgermeister Jürgen Bruntsch aus Lindenau. In seiner Gemeinde sind in den zurückliegenden Jahren mehrmals Sportanlagen, Kleingärten und landwirtschaftliche Nutzflächen regelrecht abgesoffen. Der Aufwand, diese Schäden zu beseitigen, ist immer wieder gewaltig. Eigene Schutzmaßnahmen wurden der Gemeinde untersagt, und andere Hilfe über den Behördenweg dauert zu lange, so der ehrenamtliche Bürgermeister.

Er freue sich, so Jürgen Bruntsch, dass die zurzeit gesperrte "Eiserne Brücke" über die Pulsnitz noch in diesem Jahr wieder freigegeben werden soll. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten wird die Bogenbrücke in alter Schönheit tragfähig gemacht. Verkehrseinschränkungen für Lindenau und die Nachbargemeinden finden damit endlich ein Ende. Dieses alte Bauwerk sichert im Gegensatz zu den neu geschaffenen einen guten Durchfluss.

Am Ende der gut besuchten Veranstaltung verwies Vereinsvorsitzender Danny Duismann auf die Möglichkeit, Einsicht in Planungsunterlagen für den weiteren Hochwasserschutz an der Pulsnitz zu nehmen. Die Unterlagen liegen im Amt Ortrand bis zum 17. Februar öffentlich aus.