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| 03:03 Uhr

Ortrand erinnert an seinen Amerika-Pionier

Blick auf den Rösiger-Platz in Ortrand. Foto: Torsten Richter/trt1
Blick auf den Rösiger-Platz in Ortrand. Foto: Torsten Richter/trt1 FOTO: Torsten Richter/trt1
Ortrand. Bis heute existiert ein Stückchen Ortrand in Amerika. Der nach dem in der Pulsnitzstadt geborenen Otto Richard Rösiger benannte Lake Roesiger nahe der Millionenmetropole Seattle erinnert an die die Pioniertätigkeit des Auswanderers. trt1

Heute gilt der Roesiger-See als beliebtes Erholungsgebiet der US-Amerikaner im nordwestlichsten Bundesstaat Washington. Das Gewässer ist mit gut 26 Quadratkilometern Wasserfläche etwa doppelt so groß wie der Senftenberger See.

Ende des 19. Jahrhunderts schlug Otto Richard Rösiger als erster weißer Siedler nach fünfjähriger Wanderung quer über den Kontinent am Ostufer auf und begann, als Farmer dem Land Erträge abzuringen. Diese Pioniertat lockte bald weitere Siedler an.

Kürzlich jährte sich der Geburtstag des Ortrander Sohnes zum 150. Mal. Aus diesem Grund eröffnete der Heimatverein 1912 für Ortrand und Umgebung eine Ausstellung. An sechs Säulen sind das Leben und Wirken von Rösiger dargestellt. Höhepunkte sind zweifelsohne die Kopien aus dem handgeschriebenen Tagebuch des Auswanderers. Dieses diente der Autorin Monika Teuscher-Schramm als Grundlage für ihre Rösiger-Biografie, die im Jahr 2005 erschien. Die Großmutter der heute in der Schweiz lebenden Frau war die Schwester von Otto Richard Rösiger.

Nur einen Steinwurf vom Ausstellungsort im Ortrander Rathaus entfernt befindet sich das Geburtshaus des Amerika-Pioniers. Nach Angaben des Heimatvereins hat es sich seit dem Jahr 1842 nur unwesentlich verändert. Bei Umbauarbeiten im Jahr 2005 wurde die heute im Gebäude in der Rathausgasse lebende Familie auf dem Dachboden fündig. Mehrere dieser Fundstücke, beispielsweise uralte Urkunden, sind ebenfalls in die Ausstellung integriert.

Neben einer Gedenktafel nahe des Geburtshauses erinnert die Stadt Ortrand mit ihrem Otto-Richard-Rösiger-Platz an den Auswanderer. Deshalb weht in der Mitte des dortigen Kreisverkehres auch die Flagge des US-Bundesstaates Washington. Heute lebt in der Pulsnitzstadt niemand mehr mit dem Namen Rösiger.

Zu gern würde Danny Duismann, Vorsitzender des Ortrander Heimatvereins, die Wahlheimat des Ortrander Sohnes besichtigen. "Mich interessiert unter anderem, ob sein Grab noch existiert", sagt Duismann. Rösiger ist im Jahr 1946 im Alter von 84 Jahren gestorben.

Zudem wäre es interessant zu wissen, ob das Gebäude des Ortrander Postamtes in den USA noch besteht. Dieses hatte Otto Richard Rösiger im Juni 1891 als Erinnerung an seine Heimatstadt eröffnet. Allerdings musste die Einrichtung nur zwölf Monate später wieder schließen. Die Chroniken geben mangelnde Nachfrage als Grund an.

Neben dem Rösiger-Geburtstag stehen in diesem Jahr noch zwei weitere runde Jubiläen in der Pulsnitzstadt an. Zum einen besteht im November das Ortrander Sparkassengebäude seit 90 Jahren. Zum anderen feiert der Heimatverein seinen 100. Gründungstag. Beide Ereignisse sollen in würdigem Rahmen begangen werden.