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Landwirtschaft
Öko-Landwirtschaft bleibt im Landkreis im Trend

Mit einer Egge bekämpft Kuh Emma das Unkraut auf einem Brandenburger Kartoffelfeld. Unkrautvernichter wie Glyphosat sind im ökologischen Landbau verboten.
Mit einer Egge bekämpft Kuh Emma das Unkraut auf einem Brandenburger Kartoffelfeld. Unkrautvernichter wie Glyphosat sind im ökologischen Landbau verboten. FOTO: Britta Pedersen / dpa
Senftenberg/Calau. In Oberspreewald-Lausitz sind derzeit 25 Bio-Bauern angemeldet, die nach ökologischen Richtlinien arbeiten. Das ist ein relativ hoher Wert.

Der ökologische Landbau brummt in Brandenburg. Die Fläche, auf denen Bauern nach den strengen Richtlinien anbauen, ist so groß wie noch nie. Mit 145 000 Hektar hat dieser Wert in diesem Jahr wieder ein Rekordhoch erreicht. Auch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis setzen Landwirte auf den Öko-Trend, der von Verbrauchern immer mehr nachgefragt wird. Immerhin 25 Betriebe wirtschaften auf knapp 5500 Hektar Fläche. „Beim ökologischen Landbau müssen wir uns als Landkreis nicht verstecken“, schätzt Bärbel Hertam, die Sachgebietsleiterin Landwirtschaft in der Kreisverwaltung, ein. Dass die ökologische Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, habe auch etwas mit der Förderpolitik des Landes zu tun. So ist das Zeitfenster, in dem Landwirte einen Antrag stellen können, nun länger geöffnet. Für die Entscheidungsfindung ist das wichtig. Denn der Schritt von der konventionellen zum Öko-Landanbau ist nicht einfach. Landwirte, die ihn trotzdem wagen, müssen fünf Jahre durchhalten. Ansonsten drohen Rückzahlungsforderungen. Gerade für Bauern, die nur auf Pachtflächen wirtschaften, ist das ein Risiko. Außerdem erzielen sie niedrigere Erträge. Entscheidend ist, ob es überhaupt einen ausreichenden Absatz für die Produkte gibt. Auch das Thema Unkraut spielt eine große Rolle. Ökolandwirte müssen auf Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat verzichten. Die mechanische Unkrautbekämpfung ist deutlich aufwendiger. Wer Tiere hält, muss sich zudem überlegen, ob seine bisherige Fläche auch groß genug ist. „Das sind alles Dinge, die man vorher wissen sollte“, sagt Bärbel Hertam, die das aktuelle Landwirtschaftsjahr im Landkreis statistisch unter die Lupe genommen hat. Aus diesen Zahlen geht auch hervor, dass immer noch 188 Betriebe auf konventionelle Art und Weise auf insgesamt rund 31 400 Hektar wirtschaften. Die Zahl der landwirtschaftlichen Unternehmen nimmt derweil ab. Im Jahr 2013 gab es noch 235 Firmen. Nun sind es 213.

Hauptanbaukultur im Landkreis ist mit Abstand das Getreide. Der Anteil an der Gesamtfläche liegt bei rund 46 Prozent. Bei den Tierbeständen machen gut 15 000 Rinder den größten Teil aus, gefolgt von etwa 14 300 Schweinen.