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| 20:24 Uhr

Wahlen 2019
Briefwahl erfreut sich immer größerer Beliebtheit

 Der Trend zum Wählen per Brief ist auch im OSL-Kreis ungebrochen.
Der Trend zum Wählen per Brief ist auch im OSL-Kreis ungebrochen. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Lauchhammer/Senftenberg. Mehr Lausitzer stimmen bereits vor dem eigentlichen Wahltermin ab. Viele wollen die Stimmzettel zu Hause ausfüllen. Von Torsten Richter-Zippack

Am 26. Mai werden in Brandenburg neben Europaparlament und Kreistag auch neue Stadt- und Gemeinderäte gewählt. Viele Lausitzer haben ihre Kreuze bereits lange vor dem eigentlichen Wahltag per Briefwahl gesetzt. Beispiel Lauchhammer: Bis Mittwoch, 22. Mai, hatten rund 1500 Wähler Briefwahlunterlagen beantragt. „Im Vergleich zu den letzten Europa- und Kommunalwahlen stellten zum jetzigen Zeitpunkt bereits mehr Einwohner einen Antrag auf Briefwahl“, sagt Stadtsprecher Heiko Jahn. Allerdings könnten erst nach der jetzt bevorstehenden Wahl konkrete Zahlen genannt werden. Wer in der Kunstgussstadt kurzentschlossen per Brief seine Stimme abgeben will, kann noch bis Freitag, 24. Mai (18 Uhr), das Briefwahllokal im Rathaus ansteuern. Die elektronische Beantragung ist hingegen bereits am Mittwoch abgelaufen.

Bis zum 21. Mai hatten in Schwarzheide bereits 572 Wähler von ihrem Wahlrecht per Brief Gebrauch gemacht. „Der Trend dazu ist ungebrochen“, resümiert Stadtsprecherin Ute Kolanowski. Bei vergangenen Wahlen gab es meist zwischen 600 und 800 entsprechender Anträge.

In der Gemeinde Schipkau haben bislang über elf Prozent der Wahlberechtigten via Brief gewählt. „Hier ist eine Zunahme zu verzeichnen“, sagt Ulrike Kurio von der Verwaltung. In Ausnahmefällen können die entsprechenden Unterlagen am Wahltag  bis 15 Uhr beantragt werden.

Mit ungefähr 800 Briefwahl-Anträgen bewegen sich die Großräschener etwa auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2014, sagt Sprecherin Kati Kiesel. Insgesamt gibt es in der IBA-Stadt rund 7500 Wahlberechtigte.

In Senftenberg wurden bis 23. Mai über 2600 Briefwahlanträge bearbeitet. Auch in der Kreisstadt sei der Trend steigend, erklärt Sprecher Andreas Groebe. Mehr Briefwähler bedeuten aber nicht weniger Wahlhelfer. „Grund ist, dass auch die Briefwahlstimmen ausgezählt werden müssen.“

In den Ämtern Ruhland und Ortrand gibt es ebenfalls eine höhere Briefwähler-Quote. In den einwohnerstärksten Gemeinden seien auch die meisten Briefwähler zu finden, beispielsweise in Ruhland, Ortrand und Hohenbocka, heißt es aus den Amtsstuben.

Anders sieht der Trend dagegen im Landkreis OSL aus. Kreiswahlleiterin Petra Borchel rechnet zu den Europa- und Kreistagswahlen 2019 mit knapp 4000 Briefwählern. Vor fünf Jahren waren es noch um die 7100. Insgesamt leben im Landkreis derzeit rund 95 000 Wahlberechtigte (2014: 98 300). Briefwähler haben verschiedene Gründe für ihre Abwesenheit am Wahltag. Am häufigsten seien Urlaub sowie der Wunsch, sich zu Hause ausgiebig mit den teilweise sehr großen Stimmzetteln zu befassen. Je nach Kommune gebe es drei bis vier Stimmzettel, im Amt Altdöbern sogar fünf.

Übrigens: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Briefwahlunterlagen für die Brandenburger Landtagswahl am 1. September können frühestens ab 9. August beantragt werden, sagt Petra Borchel.

 Der Trend zum Wählen per Brief ist auch im OSL-Kreis ungebrochen.
Der Trend zum Wählen per Brief ist auch im OSL-Kreis ungebrochen. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow