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Oberleitung auf Unglücksbahnhof Hosena wird jetzt neu aufgebaut

Die Staatsanwaltschaft hat die Unglückslok noch nicht freigegeben. Sie ist erst zu Wochenbeginn erneut untersucht worden.
Die Staatsanwaltschaft hat die Unglückslok noch nicht freigegeben. Sie ist erst zu Wochenbeginn erneut untersucht worden. FOTO: Rasche/str1
Hosena. Aus dem Trümmerfeld des Unglücksbahnhofes ist eine Großbaustelle gewachsen. Die Arbeiten im Schotterbett, an den Schwellen und Gleisen sind soweit fortgeschritten, dass am Mittwoch der Wiederaufbau der Oberleitungsanlage gestartet ist. Das bestätigt Bahn-Pressesprecherin Erika Poschke-Frost. Andrea Budich

Die Oberleitung war bei der Karambolage der beiden Güterzüge vor zwei Wochen über allen Gleisen zerstört worden. Auf einer Länge von rund 3500 Metern wird der Oberbau bis zum Ende der nächsten Woche erneuert.

Neu gebaut werden müssen auch die fünf zerstörten Weichen. Im Laufe der nächsten Woche sollen sie schrittweise eingebaut werden. Einen Termin für den Abtransport der umgekippten Unglückslok gibt es noch nicht. Erst wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind und die Lok zur Beweisaufnahme nicht mehr beschlagnahmt ist, können die zwei 100-Tonnen-Kräne aus Hamburg anrücken, erklärt Romy Mothes von der ITL Eisenbahngesellschaft, einem Unternehmen der Captrain Deutschland GmbH. Die beiden Stahlkolosse, für die bereits der Wald entlang der Unglücksstelle gerodet wurde, sollen die 60 Tonnen schwere Lokomotive auf einen Schwerlasttransporter hieven.

Bevor das komplett zerstörte Stellwerk neu aufgebaut werden kann, arbeiten Ingenieure der Deutschen Bahn derzeit intensiv an einer Zwischenlösung für das technische Herz des Hosenaer Bahnhofes. Wann die Signale hier wieder auf Grün stehen, kann derzeit noch niemand sagen. Erika Poschke-Frost geht davon aus, dass sich die umfangreichen und äußerst komplizierten Reparaturarbeiten noch mehrere Wochen hinziehen werden.

Wie bei der Basalt AG Großkoschen ist auch im Quarzsandwerk Hohenbocka seit Wochenbeginn ein Notverkehrsplan für den Versand angelaufen. Der erste mit Quarzsand voll beladene Zug hat am Dienstagmorgen das Werk verlassen. Seit der Unglücksnacht mussten die beiden Hauptkunden in Torgau und Thalheim per Lkw versorgt werden. Werkleiter Volker Wenk hat damit zusätzliche Transportkosten in Höhe von 55 000 Euro auf der Rechnung stehen.