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Wohnungspolitik
Oben wohnen leicht gemacht

An der Ruhlander Straße 16 in Schwarzheide weist ein großes Bauschild darauf hin, dass sich hier etwas tut. Die Wohnungsbaugenossenschaft saniert den Fünfgeschosser und baut Aufzüge an jedem Treppenaufgang an. Vorstand Thomas Gehre freut sich, dass es demnächst eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus gibt.
An der Ruhlander Straße 16 in Schwarzheide weist ein großes Bauschild darauf hin, dass sich hier etwas tut. Die Wohnungsbaugenossenschaft saniert den Fünfgeschosser und baut Aufzüge an jedem Treppenaufgang an. Vorstand Thomas Gehre freut sich, dass es demnächst eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus gibt. FOTO: Catrin Würz / LR
Schwarzheide. In Schwarzheide investiert die Wohnungsbaugenossenschaft 2,3 Millionen Euro in die Sanierung eines Fünfgeschossers mit hohem Leerstand. Nun werden vier Aufzüge angebaut. Von Catrin Würz

Ein kleines Unternehmen hat große Pläne: Die Wohnungsbaugenossenschaft Schwarzheide (WBG) bereitet die umfassende Sanierung von einem ihrer Wohnblöcke an der Ruhlander Straße 16 vor. Insgesamt 2,3 Millionen Euro sollen dort bis Ende des Jahres investiert werden. „Und wir gehen dabei neue Wege“, kündigt Vorstand Thomas Gehre an: Erstmals wird die Genossenschaft in einem Fünfgeschosser in Schwarzheide auch Aufzüge neu installieren. Ein Thema, das in der Kleinstadt mit überwiegend höchstens dreigeschossigen Wohnhäusern bisher kaum eine Rolle spielte.

Damit widmet sich das Unternehmen, das knapp 640 Wohnungen in Schipkau, Ruhland, Lauchhammer, Senftenberg, Plessa und natürlich in Schwarzheide bewirtschaftet, dem Ruf nach mehr barrierefreiem Wohnraum. Ein Ruf, der längst nicht nur von älteren Menschen kommt, die so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden selbstbestimmt leben wollen. „Auch für junge Familien, die mit Kind und Kegel ihren Alltag gestalten, wird das Wohnen in den oberen Etagen auf diese Weise attraktiver“, sagt Gehre. Der Genossenschaftsvorstand hofft nach der Sanierung des Blocks deshalb auf ein gemischtes Wohnen von Jung und Alt - und freilich auch auf einen getilgten Leerstand. Von den 40 Wohnungen in dem Fünfgeschosser standen zuletzt 25 leer.

Das Wohnhaus mit vier Eingängen, das Ende der 1970er-Jahre errichtet wurde, wird in den kommenden Monaten komplex modernisiert. Neben der neuen Heizung, neuer Elektrik, neuen Bädern und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach für günstigen Mieterstrom soll ein Aufzug für jeden Hauseingang der Clou sein. Die teils in Glas gestalteten Aufzüge werden von außen an die Treppenhäuser „angesetzt“. Mit den Aufzügen werden die Mieter alle Etagen und den Keller stufenlos und völlig ohne Barrieren erreichen können. „Sozusagen ebenerdig von der Bushaltestelle bis in die eigene Wohnung“, erläutert der Genossenschafts-Chef stolz. Lange habe sei an der technischen Lösung für den Fahrstuhlanbau getüftelt worden, der von April bis Juli erfolgen soll. Passend zur angepriesenen Barrierefreiheit werden Fahrradgaragen mit Strom-Tankstelle für E-Bikes auf dem Außengelände entstehen, das im Jahr 2019 neu gestaltet wird.

Für ihr Vorzeige-Projekt an der Ruhlander Straße hat die Wohnungsbaugenossenschaft Schwarzheide auch einige Partner gewinnen können, die das Konzept noch unterstützen. Gemeinsam mit dem Seniorenbeirat der Stadt Schwarzheide konnte die WBG beispielsweise erwirken, dass direkt vor dem Wohnhaus an der Ruhlander Straße 16 noch in diesem Jahr eine neue Bushaltestelle errichtet wird. Damit rücken für die neuen Mieter die Einkaufszentren von Schwarzheide und Lauchhammer noch näher an die eigene Wohnung heran.

Neuer Partner der Genossenschaft wird zudem „Ihr Lausitzer Pflegedienst“. Das kleine Unternehmen für ambulante Pflegedienstleistungen hat derzeit 14 Mitarbeiter und zieht mit seinen neuen Geschäftsräumen in den sanierten Wohnblock an der Ruhlander Straße 16 ein. Das macht letzten Endes einige nützliche Synergien möglich. „Unsere Mieter können eventuell nötig werdende Hilfsleistungen ganz unkompliziert aufstocken oder auch einen Hausnotruf installieren lassen“, benennt Thomas Gehre die klaren Vorteile. Er hofft auf einen reibungslosen Bauablauf und im September auf den Einzug der ersten Mieter.