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Obdachlosen-Konzept beschlossen

Senftenberg. Obdachlose sollen in Senftenberg künftig nicht mehr im Heim in der Calauer Straße übernachten, sondern in angemieteten und später in stadteigenen Wohnungen. Dieses neue Standortkonzept hat die Ratsrunde am Dienstagabend bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung mehrheitlich beschlossen. Jan Augustin

Grund für diesen Schritt sind die unverhältnismäßig hohen Kosten für den Betrieb des Hauses an der Calauer Straße. Deutlich mehr als eine Million Euro betrug der kommunale Zuschuss insgesamt in den vergangenen zehn Jahren für die Einrichtung, die im Durchschnitt von vier bis sieben Personen zum Schlafen genutzt wird. Die Stadt Senftenberg erhielt teilweise zwar finanzielle Unterstützung von den Städten Lauchhammer und Schwarzheide sowie der Gemeinde Schipkau, trägt aber den Löwenanteil. Allein für dieses Jahr rechnet die Stadt mit einem Zuschuss von 114 000 Euro.

Mit der neuen Konzeption sollen vor allem Personalkosten und der Aufwand für die Unterhaltung des Heimes gesenkt werden. Als Interimslösung will die Stadt bis spätestens Mitte nächsten Jahres zwei Wohnungen anmieten. Eine geeignete, stadteigene Immobilie steht auch in der Krankenhausstraße zur Verfügung. Dieses Objekt soll langfristig als Obdachlosenunterkunft genutzt werden. Neben der Betreuung von wohnungslosen Menschen soll hier gleichzeitig auch die Betreuung anderer sozial benachteiligter Personen erfolgen, wird als Ziel formuliert.

Zum Thema:
Das 1997 eingeweihte Obdachlosenhaus in der Calauer Straße verschlingt jährlich einen Batzen Geld. Allein in diesem Jahr belaufen sich die Gesamtkosten auf 173 000 Euro. Zum Schlafen genutzt wird das Heim täglich von vier bis sieben Menschen. Eigentümer ist die Stadt Senftenberg, die das Haus nun verwerten will.