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Schlossweihnacht
Nussknacker, Räuchermann & Co. bevölkern das Schloss

Dagmar Rex (41) hat die diesjährige Nussknacker- und Räuchermännchen-Ausstellung für die Großkmehlener Schlossweihnacht organisiert. Hier zeigt sie das Erbstück von ihrer Oma - den großen Nussknacker - und die schönsten Weihnachtsfiguren ihrer Schwiegereltern.
Dagmar Rex (41) hat die diesjährige Nussknacker- und Räuchermännchen-Ausstellung für die Großkmehlener Schlossweihnacht organisiert. Hier zeigt sie das Erbstück von ihrer Oma - den großen Nussknacker - und die schönsten Weihnachtsfiguren ihrer Schwiegereltern. FOTO: Mirko Sattler
Großkmehlen. Die traditionelle Schlossweihnacht in Großkmehlen erinnerte wieder daran, wie Weihnachten früher war. Von Mirko Sattler

Bei der Schlossweihnacht im Gutshof neben dem Großkmehlener Wasserschloss ging es am vergangenen Wochenende eher gemütlich zu. Der Großkmehlener Heimatverein organsiert das Spektakel rund um das Schloss seit einigen Jahren nach altbewährtem Konzept. „Im sanierten und neu gestalteten Gutshof feiern wir ja erst seit einiger Zeit. Doch die Tradition des Festes geht auf viele Jahre zurück“, verriet Heimatvereinsvorsitzende Gudrun Kunze.

In diesem Jahr lockte der Heimatverein außer mit einem Bastelstand und der Quarkkeulchenbäckerei erneut mit einer Ausstellung ins Schloss. Schon vor zwei Jahren hatte es hier eine Engel-Ausstellung gegeben. Aber diesmal konnten sich die Besucher an Nussknackern und Räuchermännchen erfreuen. Insgesamt 29 Nussknacker, 57 Räuchermännchen, vier Bergmanns-Figuren, zwei Pyramiden und Schlitten kamen für die Ausstellung zusammen. „Sie stammen alle von Familien aus dem Ort oder der näheren Umgebung“, erzählt Dagmar Rex. Die 41-Jährige war mit dem Aufbau der Ausstellung betraut und stellte selbst mehrere Exemplare von ihrer Oma zur Verfügung. Die Schnitzereien sind allesamt rund 50 Jahre alt. Weitere rund 20 Ausstellungsstücke stammen von ihren Schwiegereltern. Dazu kann Schwiegermama Sabine Rex die Erklärung liefern: „Mein Bruder hat in den 70er-Jahren angefangen zu drechseln. Er baute unter anderem Räuchermännchen und Nussknacker, die er zu DDR-Zeiten für gutes Geld verkaufte. Da mein Bruder im Erzgebirge lebte, ist er stets mit offenen Augen durch die Gegend gefahren und hat sich so Inspirationen geholt“, erzählt Sabine Rex. Regelmäßig hat die Familie seine Kunstwerke erhalten, ergänzt die Schwarzheiderin.

Eine beachtliche Anzahl von rund 20 Ausstellungsstücken stammt aus dem Fundus der Familie Winkler. „Einiges haben wir in Dresden gekauft, anderes wiederum geschenkt bekommen. Einige der Teile sind bestimmt schon 50 Jahre alt“, erinnert sich Monika Winkler. Die 76-Jährige war mit Mann und Tochter zur Ausstellung gekommen und bewunderte die anderen Ausstellungsstücke. „Kurz vor Weihnachten haben wir immer die Sachen vom Boden geholt. Unsere Kinder haben damit gern gespielt. Bei einigen sieht man deshalb auch, wo die Farbe abgegriffen ist“, verriet Uwe Winkler. Sein Schwager arbeitete im Erzgebirge und so bekam die Familie oft tolle Sachen geschenkt.
Neben der Räuchermännchenausstellung im Schloss gab es für die Kleinsten diesmal zwar nicht das beliebte Puppentheater im Hochzeitszimmer. Als Ersatz war jedoch eine Märchenvorführung mit einem historischen Diaprojektor. organisiert. „Viele Eltern und Großeltern werden diesen Projektor noch kennen oder selbst besitzen“, erinnert Filmvorführerin und Heimatvereinsmitglied Jana Seidel, wie Weihnachten früher in vielen Familien in der DDR gefeiert wurde. Der Diafilm wurde Stück für Stück durch den Projektor gezogen und zu jedem Bild wurde die Handlung erzählt.