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| 18:04 Uhr

Rettungsdienst
Lausitzer Notärzte fliegen jetzt auch nachts

Im Gegensatz zu Einsätzen bei Tag besteht die Crew eines Rettungshubschraubers bei Nacht aus zwei statt nur einem Piloten sowie einem Notarzt 
und einem Notfallsanitäter.
Im Gegensatz zu Einsätzen bei Tag besteht die Crew eines Rettungshubschraubers bei Nacht aus zwei statt nur einem Piloten sowie einem Notarzt und einem Notfallsanitäter. FOTO: Thomas Klemm / obs
Senftenberg. Neue Nachtsicht-Geräte für Senftenberger Luftretter verbessern Notversorgung in der Provinz. Von Jan Siegel

Die ADAC-Luftretter aus Senftenberg können ab sofort auch für nächtliche Notarzt-Einsätze abheben. Bisher war nach Einbruch der Dunkelheit der Anflug auf schlecht- oder unbeleuchtete Landeplätze ausgeschlossen. Deshalb konnten bei Dunkelheit ausschließlich dringende Verlegungsflüge zwischen Krankenhäusern realisiert werden.

Jetzt sind die Lausitzer Hubschrauberbesatzungen mit leistungsstarker Nachtflugtechnik ausgestattet worden. Mit den rund 11 000 Euro teuren Nachtsichtgeräten könnten Piloten selbst bei minimalen Lichtverhältnissen auf unbeleuchteten Plätzen landen, teilte die ADAC-Luftrettung am Montag mit. Der Einstieg in das Projekt laufe in Senftenberg an der bundesweit größten Rettungsstation des ADAC. Dort sind seit Anfang der 1990er Jahre die beiden Rettungshubschrauber „Christoph 33“ und „Christoph Brandenburg“ stationiert. Im vergangenen Jahr flogen sie allein mehr als 2800 Einsätze.

Noch zu Jahresbeginn hatte der ADAC Alarm geschlagen. Wer im Flächenland Brandenburg bei Dunkelheit einen Herzinfarkt bekomme, der könne großes Pech haben, hieß es damals.

„Mit Notfalleinsätzen in der Nacht schlagen wir ein neues Kapitel des Rettungsdienstes aus der Luft auf“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der Luftrettung. „Damit verbessert sich, unabhängig von Wohnort und Uhrzeit, die notärztliche Versorgung in der Region deutlich.“

Beim ersten Nachteinsatz hatte die Senftenberger Crew einen Patienten im Landkreis Dahme-Spreewald versorgen können, der an einer lebensbedrohlichen Blutung litt.