ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:41 Uhr

Ortrand
Noch frischer geht es kaum

Bei schönstem Winterwetter hat Heiko Burger mit seinen Söhnen Levin und Enzo in der Schonung bei Frauendorf den Familienweihnachtsbaum gefunden und selbst abgesägt. Das Angebot des Forstbetriebes erfreut sich immer größerer Beliebtheit..
Bei schönstem Winterwetter hat Heiko Burger mit seinen Söhnen Levin und Enzo in der Schonung bei Frauendorf den Familienweihnachtsbaum gefunden und selbst abgesägt. Das Angebot des Forstbetriebes erfreut sich immer größerer Beliebtheit.. FOTO: Mirko Sattler
Frauendorf. Für den perfekten Weihnachtsbaum legen immer mehr Familien lieber selbst im Wald Hand an. Beim Forstservice in Frauendorf war das wieder möglich - und der Andrang riesig. Von Mirko Sattler

Wer keinen Weihnachtsbaum „von der Stange“ will, sondern das gute Stück selbst im Wald suchen und finden will, ist alle Jahre wieder in Frauendorf richtig. Immer am dritten Advent wird hier das „Weihnachtsbaum-Selberschlagen“ beim Forstservice Grafe zu einem wahren Volksfest. Seit 2008 gibt es hier für alle „Weihnachtsperfektionisten“ die Möglichkeit, ihren Tannenbaum selber zu schlagen - entweder, weil sie einen extrem frischen Baum wollen oder einen extrem großen brauchen.

Der Andrang in Frauendorf wird jedes Jahr größer. Innerhalb von wenigen Stunden zählte der Veranstalter schon mehrere hundert Fahrzeuge. Nicht nur aus der Nachbarschaft wie Lauchhammer, Frauendorf oder Ortrand kommen die Interessenten. Die Autokennzeichen verraten, dass auch Familien von jenseits der Landesgrenze aus Meißen, Riesa-Großenhain und Dresden angereist sind.
Dichtes Schneetreiben macht das Abenteuer am Sonntag in der eng bewachsenen, gut zweieinhalb Hektar großen Schonung am Ortseingang von Frauendorf besonders außergewöhnlich. Nicht nur Paare suchen hier nach der perfekten Tanne für ihr Wohnzimmer, sondern immer mehr Familien mit Kindern gönnen sich diesen Spaß. „Die Familien reisen bis aus Dresden und Pirna zu uns an. Bei uns gibt es vorwiegend Blau- und Rotfichten sowie Schwarzkiefern und Kiefern“, erzählt Waldbesitzerin Carolin Reißig. Sie war ziemlich überrascht, dass die ersten Gäste schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung dastanden.
Einen kurzen Abstecher auf dem Weg nach Hause nach Werda hat Beatrice Stephan gemacht. „Ich habe es von meiner Schwester erfahren, dass es hier sowas gibt“, erzählt die 33-Jährige, die mit ihren Kindern John und Joe den Weihnachtsbaum aussuchte. Lange brauchten sie nicht zu suchen. „Schon einer der ersten hat uns gut gefallen“, meint die Werdaerin.
Ihre Schwester Anja hatte es mit dem Suchen schwerer. „Wir haben seit dem Sommer ein Aquarium zu Hause und da ist der Platz etwas geringer“, erzählt die Radebeulerin, die dieses Weihnachtsbaum-Event im Internet gefunden hatte. Nicht gleich den ersten Baum nimmt Anja Stephan, sondern sie sucht gründlich in der Schonung nach einem geeigneten Exemplar. Ihr Lebenspartner Heiko Burger sieht dem gelassen zu. „Bei uns entscheidet die Frau. Wenn der Baum meiner Frau nicht gleich gefällt, sucht sie halt solange weiter, bis der Richtige kommt“, sagt der 45-jährige Heiko Burger lachend. Plötzlich ruft es und Heiko Burger eilt in die Richtung des Schalls. Zusammen mit seinen Kindern Levin und Enzo sägt er schließlich einen schön gerade gewachsenen Baum um. Den Kindern mache es einen riesen Spaß, auch selbst Hand anzulegen. Und der Schnee dazu ist eine tolle Zugabe.
Zum ersten Mal holt Familie Reschke sich einen Weihnachtsbaum frisch aus dem Wald. „Der dritte Baum, der uns gefallen hat, den haben wir genommen. Die Aktion hier finden wir super“, verrät Antje Reschke. Ihre Nordmanntanne haben sie zwar nicht aus der Schonung, weil eine Kiefer für sie nicht in Frage kommt, dennoch ist ihr Baum frischer als woanders.

Nach Aussage von der Waldbesitzerin gehen rund 300 Bäume bei solch einer Veranstaltung weg. Während im nächsten Jahr die Weihnachtsbäume am Standort Ortseingang nach Frauendorf geschlagen werden können, müssen sich die Weihnachtsbaumsucher dann im Jahr 2019 in Richtung des Radweges nach Bärhaus begeben.