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| 01:04 Uhr

Nobelmarkt vor dem Aus: 28 Mitarbeiter zittern

Senftenberg.. Die Spatzen in der Kreisstadt haben es schon von den Supermarkt-Dächern gepfiffen – jetzt steht der Senftenberger Intermarché RUNDSCHAU-Recherchen zu Folge scheinbar endgültig vor dem Aus. Das Schlimmste: 28 Mitarbeitern droht der schwere Gang in die Arbeitslosigkeit. Von Kai Dietrich

Von offizieller Seite freilich will die Abwicklung des Nobelmarktes in der Hennecke-Straße niemand bestätigen. Christina Werthner, Pressesprecherin des Intermarché-Mutterkonzerns Spar, verweist lediglich auf Restrukturierungen in den Verbrauchermarkt-Filialen. „In diesem Zusammenhang werden wir unsere Intermarché-Verbrauchermärkte in den selbstständigen Spar-Einzelhandel integrieren, diese verkaufen oder schließen.“ Und in Senftenberg? „Wir prüfen momentan noch, wie es hier weitergehen wird.“
Auch direkt im Markt ist nichts genaues zu erfahren. Leiterin Margrid Thiele kann nur mit den Schultern zucken: „Wir wissen, dass sich was ändern wird. Aber was genau - keine Ahnung.“ Die Stimmung im Team sei geprägt von Unsicherheit. Und Angst. „Klar haben alle Bammel vor der Arbeitslosigkeit.“
RUNDSCHAU-Informationen aus gesicherten Quellen zeigen derweil, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein gutes Ende für die 26 beschäftigten Frauen und zwei angestellten Männer gen Null tendiert. Weil Spar im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 380 Millionen Euro „erwirtschaftet“ hat, plant der Konzern zur finanziellen Sanierung bis Mitte 2004 seine 228 Töchtermärkte der Marke Eurospar und Intermarché abzustoßen. Ein Phantast also wer daran glaubt, dass die Senftenberger Kaufhalle verschont bleiben könnte.
Noch in diesem Jahr, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, soll das Objekt an eine Kette namens „Preisbombe“ vermietet werden, ehe im kommenden Jahr Billig-Discounter Aldi aus dem Schloßpark-Center (dann endet hier angeblich der Mietvertrag) ins jetzige Intermarché umziehen will. Auch für das Riesen-Geschäft gegenüber - ehemals Kressner - sollen sich einige Interessenten schon einen harten Preiskampf liefern. Attraktivster Mitbieter soll die Elektro-Handelskette Pro Markt sein. Das wiederum dürfte dem Senftenberger Unternehmer Expert Lindner Bauchschmerzen bereiten. Denn ein Pro Markt-Zuschlag würde für das Team im Schloßpark-Center einen ungleichen und extrem harten Konkurrenzkampf bedeuten.