Keine Konzerte vor größerem Publikum, keine Stadtfeste, keine Festivals und keine Hafenfeste: Viele Konzertveranstalter und Künstler kämpfen auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ums Überleben. Als flammender Appell an die Politik werden in der Nacht zum Dienstag, 23. Juni, der Ruhlander Kirchturm und ein Marga-Haus in Brieske rot angestrahlt.
Der Veranstaltungsdienst Ralf-Peter Petschke aus Ruhland und das Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe“ aus Brieske beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“, bei der am Montag Gebäude und Spielstätten in rotem Licht leuchten.

Lausitzer Veranstalter schlagen Alarm

Ein flammender Kirchturm in Ruhland und ein flammendes Schaufenster am Briesker Marktplatz – ganz nach dem Motto: Alarmstufe Rot für die Veranstalter.
In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden die Teilnehmer bundesweit in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren. Die Aktion „Night of Light" vereint rund 5000 Teilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um Zeichen für die Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können.

Lausitzer Kulturbetriebe zeigen sich solidarisch

Das Nachwuchs-Literatur-Zentrum veranstaltet seit vielen Jahren Lesungen, Ausstellungen, das Lausitzer Lyrikfestival, Kunstperformances, Pleinairs und andere Kulturevents in der Region. „Wir beteiligen uns an der Aktion, um uns mit den Kollegen in ganz Deutschland solidarisch zu zeigen und auf die kritische Gesamtsituation für Kulturmacher aufmerksam zu machen“, sagt Jana Arlt.
Start der Aktion in der Begegnungsstätte direkt am Marktplatz Brieske ist um 20 Uhr mit Lesung, Fotoaktion und roter Illumination. Der Ruhlander Kirchturm wird ab 22 Uhr feuerrot erstrahlen und ein Achtungszeichen der besonderen Art setzen.

Night of light auch in Forst

In leuchtendem Rot soll sich am Montagabend, gegen 22 Uhr, auch der Forster Wasserturm präsentieren. Das Forster Unternehmen „Festzeltbetrieb Bereit“ beteiligt sich an der bundesweiten Protestaktion. Geschäftsführer Frank Bereit ist gegenwärtig zum Nichtstun verdammt. Seine 14 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit Null. „Ohne dieses Instrument hätte ich die Firma dichtmachen können“, sagt der Forster.
Nach den aktuellen Corona-Verordnungen ist der Sommer für die Veranstaltungsbranche gelaufen. „Damit ist für uns das komplette Saisongeschäft zusammengebrochen“, erklärt der Forster Unternehmer.
Sein Unternehmen ist auf den Verleih von Zelten spezialisiert – für Sportveranstaltungen, Firmenevents, Feste und Familienfeiern. Der wichtigste Markt der Forster Firma ist dabei die Region in und um Berlin. „Wir betreuen dort alle großen Laufsportveranstaltungen“, sagt er. Für das Rammstein-Konzert waren die Forster gebucht. Beim Karneval der Kulturen oder dem Potsdamer Tag der Wissenschaften sollten die Festzelte aus Forst stehen.
Bis zu einem gewissen Maße hat Bereit Verständnis für die Verordnungen der Politik. Doch inzwischen stimmten die Verhältnisse nicht mehr, sagt er und nennt die zum Beispiel wieder gut gefüllten Ferienflieger nach Mallorca als Beispiel.

Lesen Sie zur Coronakrise auch auf LR Online

Liveticker auf LR Online zur Coronakrise
Dossier zur Corona-Pandemie auf LR Online:
Die kostenlose Plattform für Lausitzer Unternehmen und Hilfsangebote: