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| 02:43 Uhr

Niederschläge kommen für die Pflanzen zu spät

Die Feuerwehr im Dauereinsatz: In Lindenau wurde die Elsterwerdaer Straße von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen beräumt.
Die Feuerwehr im Dauereinsatz: In Lindenau wurde die Elsterwerdaer Straße von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen beräumt. FOTO: Kupfer/rkp1
Lindenau. Die Juni-Wetterbilanz ist trügerisch. Obwohl an vier Messstellen im Landkreis insgesamt mehr als 100 Millimeter Regen gemessen wurden und fast alle anderen die Monatsnorm von 69 Millimetern erreichten, hat es die gefürchtete Frühsommertrockenheit in Feld und Flur in der Region gegeben. Rudolf Kupfer

Mehr als die Hälfte der Niederschläge kam erst zum Monatsende und damit für die Zeit des intensivsten Wachstums der Pflanzen zu spät. Das bestätigt Günter Kockro aus Großräschen.

Seit Monaten hat der Regen um Calau einen Bogen gemacht. Dann das Unglaubliche in Bolschwitz: Jürgen Jentsch misst am 28. Juni den Rekord von 101 Millimetern. Weiter nördlich gab es sogar noch deutlich mehr Niederschlag, fast unvorstellbar. Damit waren auch die Auffangkannen in den Messbechern überfordert. Sie fassen nur 70 Millimeter. Die schweren Gewitter im letzten Monatsdrittel waren verbunden mit sintflutartigen Regenfällen der Johannisflut.

Nach dem kalendarischen Sommeranfang richteten mehrere Unwetter große Schäden an. Am Nachmittag des 22. Juni war besonders der Süden um den Raum Ortrand betroffen. Entwurzelte und wie Streichhölzer abgeknickte, bis zu 20 Meter hohe Bäume, sind ein Zeichen dafür. Hier hat in den Wäldern, Gärten und Alleen ein orkanartiger Sturm gewütet. Der mit dem Unwetter einhergehende Hagel hat mit einem Körner-Durchmesser von bis zu 1,5 Zentimetern vor allem bei Obst und Gemüse Schäden angerichtet. Reife Kirschen, Heidelbeeren, grüne Äpfel und Birnen wurden abgeschlagen.

Der Hagel, der im Senftenberger Raum am Nachmittag vom 28. Juni nieder ging, war noch intensiver und verursachte größere Schäden. In der Flur um Biehlen wurden grüne Weizenkörner ausgeschlagen, Maispflanzen regelrecht zerfetzt und andere Kulturpflanzen stark beschädigt. So etwas hat der 74-jährige Axel Müller aus Schwarzbach noch nicht erlebt. Er hofft, dass die Schäden an den Maispflanzen wieder etwas auswachsen. Innerhalb von 90 Minuten hat Ronny Sommer in Buchwalde ebenfalls zu dieser Zeit einen Wolkenbruch mit 39 Millimetern Regen registriert. Ein unerfreulicher Rekord, der für überflutete Straßen und Wege sorgte, sowie voll gelaufene Keller brachte.

Für die Landwirte ist das Wettergeschehen wegen der bevorstehende Ernte von großem Interesse. Wünschenswert ist: "Juli Sonnenbrand ist gut für Leut und Land." Demgegenüber steht: " Je häufiger es Ende Juni/ Anfang Juli regnet, um so regnerischer wird der Juli." Das zu erwartende wechselhafte Wetter hat mit Sicherheit auch schöne Sommertage, sind sich die Senftenberger Hobbymeteorologen einig. Der 100-jährige Kalender sagt für das Sonnenjahr 2017 einen schönen Sommer voraus, ab dem 11. Juli soll es wieder Hitze geben.

Zum Thema:
66 Millimeter Niederschlag sind um Klettwitz im Juni gefallen. Zwei Gewitter haben sich über dem Ort entladen, sieben in der Nähe. Mit 251 Stunden Sonnenschein sind 120 Prozent der Norm erreicht worden. Drei Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius sind registriert, zwölf Sommertage über 25 Grad. Die Tageshöchsttemperatur am 20. Juni mit 32 Grad Celsius. Der Juni war 1,5 Grad zu warm.