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Neustadt II im Rückwärtsgang

Leserbrief. Zum Beitrag "Discounterpläne erhitzen Gemüter in Lauchhammer", RUNDSCHAU vom 9. Dezember, Seite 15, äußert sich Ilse Rössel aus Lauchhammer: Mehr als zwei Jahre brauchten die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, um sich für den Bau des Einkaufszentrums Ortrander Straße und damit für eine belebte, sehenswerte Stadtmitte zu entscheiden.

1000 Unterschriften und andere Meinungen der Bürger hatten wenig bewirkt. Bei der Aldi-Resteverwertung wurde eine schnelle Festlegung getroffen . . .

Der kostenintensive Umbau des Aldi-Gebäudes wird das bisher gut funktionierende Gefüge der Einkaufsmöglichkeiten zerstören. Die vier jetzigen Netto-Märkte sind räumlich vorteilhaft verteilt. Schließt Netto Hurrassstraße, kommen wir wieder in die bescheidene Situation der Vergangenheit. Würde im Lidl eine Panne auftreten, könnten wir im ganzen Stadtteil weder Butter, Zucker noch eine Semmel kaufen. Macht Netto dicht, ist der Weg bis zur Eiche oder Grünewalder Straße für Rollifahrer und andere Fußgänger kaum machbar. Wir haben kein Auto und - wie man erkennt - auch keine Lobby, obwohl die Großvermieter aus wirtschaftlichen Gründen an einer bestmöglichen Versorgung ihrer meist betagten Mieter und Mitglieder interessiert sein müssten. Für Leute mit kleinerem Geldbeutel . . . .sinken jetzt Qualität und/oder Kaufmenge. . . . Resümee: Die Neustadt II darf nicht noch einmal abgehängt werden. Der Verlust von zwei Bäckereien und einem Discounter kurz hintereinander ist ein Alarmzeichen, über das die Verantwortlichen nachdenken müssen.

Mit der kommunalen Selbstverwaltungshoheit sollte man humaner und zukunftsorientierter umgehen. "Neues gestalten, Bewährtes erhalten", müsste das Motto sein.