| 02:45 Uhr

Neun Dörfer im Schönheitswettbewerb

Muckwar holte sich schon einmal den 3. Platz und tritt erneut an.
Muckwar holte sich schon einmal den 3. Platz und tritt erneut an. FOTO: jag
Senftenberg. Die Jury startet in der nächsten Woche in die Bewertungsrunde des 10. Kreiswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft". Die Titelanwärter in Oberspreewald-Lausitz putzen sich heraus und werfen ihre Vorzüge schon einmal in den Ring. Jan Augustin

Die neun Dörfer im Oberspreewald-Lausitz-Kreis, die sich dem Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" stellen, haben noch das Wochenende dafür Zeit, sich für die Jury herauszuputzen. Ab nächster Woche macht sich die Bewertungsgruppe vor Ort ein Bild.

Die Gemeindeoberhäupter und Ortsvorsteher sind bereit. Sie haben gute Gründe dafür, warum gerade ihr Dorf der heißeste Anwärter auf den Kreistitel und damit die Fahrkarte in die Landesrunde ist.

Mit vollem Einsatz geht Schwarzbach am Dienstag ins Rennen. Fesche Mädchen in Bauerntracht werden die Jurymitglieder begrüßen und beeindrucken. Mit einer Kutsche werden die Herrschaften dann durch den Ort chauffiert, erzählt Bürgermeisterin Gabriele Theiss schon sichtlich in Vorfreude. Dass ihre Gemeinde das Zeug als Zukunftsdorf hat, erklärt sie mit einem Zitat von August Bebel: "Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten." Schwarzbach pflege die Traditionen und erhalte die Natur, gestalte aber gleichzeitig auch eine Zukunft für die Kinder. Das sei zu erleben.

Diesen Satz unterschreibt auch der Ortsvorsteher von Grünewalde, Reinhard Lanzke, für sein schmuckes Dorf. Das kann mit einer leicht steigenden Einwohnerzahl punkten. Etwa 1300 Menschen leben hier. In den vergangenen Jahren sind viele Häuser entstanden. Leerstehende finden relativ schnell wieder neue Eigentümer. "Das sind Zeichen für eine gute Infrastruktur und eine gute Lebensqualität", sagt Reinhard Lanzke selbstbewusst. In Grünewalde gibt es immerhin fünf Gaststätten, zwei Einkaufsmöglichkeiten, eine immer ausgebuchte Kita, ein "super Vereinsleben" und das wohl schnellste und für jeden Haushalt nutzbare Internet im Landkreis. Und Grünewalde ist Teil des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und hat mit dem Grünewalder Lauch auch ein Eingangstor zum Lausitzer Seenland.

Für Kostebrau geizt Ortsvorsteher Michael Thieme nicht mit Fakten. Die dem früheren Tagebau zu verdankende sehr ruhige Lage macht das Dorf als Wohnort im Grünen besonders attraktiv. "Wir haben keine Straße, die durch den Ort führt, sind aber trotzdem gut erreichbar", erzählt Michael Thieme stolz. Auch sei es in Lausitzer Gefilden einmalig, dass ein Ort ein Ober- und ein Unterdorf besitze. 35 Meter beträgt der Höhenunterschied. Und mehr als die Hälfte der Einwohner ist in den sieben Vereinen aktiv.

Für Dörrwaldes Ortsvorsteher Jörg Bergner ist die Sache klar: "Unsere Dorfgemeinschaft ist bemüht, ein gutes Bild für die Gäste und auch uns selbst abzuliefern."

Er vermutet aber mit dem Blick auf die diesjährige Bewerberliste: "An Raddusch führt kein Weg vorbei." Die Spreewälder haben in den vergangenen Monaten und nun letzten Tagen vor dem Brandenburger Dorf- und Erntefest so viel geleistet. Das ringt dem Dörrwalder "höchsten Respekt" ab. Für Jörg Bergner ist dieser Mitbewerber der haushohe Favorit im Kreiswettbewerb Oberspreewald-Lausitz. Aber er kämpft natürlich für Dörrwalde.

"Ziel der Jury-Besuche ist es, einen umfassenden Eindruck von den wesentlichen Erfolgen, aber auch von den Herausforderungen in Hinblick auf die Dorfentwicklung zu erhalten", sagt Landrat Siegurd Heinze (parteilos). Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen seien ebenso wichtig wie soziale und kulturelle Aktivitäten sowie die Baugestaltung und Siedlungsentwicklung.

Zum Thema:
Neun Gemeinden und Ortsteile aus dem Oberspreewald-Lausitz ringen um den Titel im 10. Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Die Jury startet die Sichtungstour am Dienstag, 5. Spetember, in Dörrwalde (ab 10 Uhr an der Mühle). Am gleichen Tag geht es nach Schwarzbach (ab 14 Uhr am Dorfanger Biehlen, Storchennest). Am Mittwoch werden Bolschwitz (ab 10 Uhr am Dorfplatz) und Muckwar (ab 13.30 Uhr am Kindergarten) unter die Lupe genommen. Kostebrau und Grünewalde stehen am Donnerstag auf dem Programm (ab 10 Uhr am Sportplatz und ab 13.30 Uhr am Vereinshaus). Am Mittwoch, 13. September, sind Kalkwitz (ab 10 Uhr am Dorfplatz) und Groß Mehßow (ab 13.30 Uhr am Gutshaus) an der Reihe. Den letzten Termin hat sich die Jury für Raddusch aufgehoben. Am Donnerstag, 14. September beginnt die Tour um 10 Uhr an der Kulturscheune.