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| 02:45 Uhr

Neues Projekt ,,überLagert” geht weiter in die Tiefe

Projektarbeit in der Oberschule Am Wehlenteich.
Projektarbeit in der Oberschule Am Wehlenteich. FOTO: privat
Lauchhammer. Seit mehr als elf Jahren treffen sich Jugendliche unter Anleitung ihrer Sozialarbeiterin in der Oberschule Am Wehlenteich zur Erforschung der Regionalgeschichte. Im Projekt "Zeitensprünge" stießen sie 2015 bei ihrer Recherche "1945 -Zwangsarbeit in der Lausitz" auf Informationen zum KZ-Außenlager Schwarzheide, teilt Doritt Nikolaus mit. red/br

Innerhalb der Treibstoffoffensive war in Schwarzheide ein Hydrierwerk der Brabag (Braunkohle-Benzin-AG) errichtet worden, das kriegsnotwendigen Treibstoff herstellte. Als 1944 die ersten Bomben auf das Werk fielen, wurden zum Wiederaufbau etwa 1000 jüdische Häftlinge aus Auschwitz in das sogenannte Ostlager nach Schwarzheide deportiert, das ab Juli 1944 als Außenlager des KZ Sachsenhausen diente. Die "Vernichtung durch Arbeit" stand im Vordergrund.

Die Präsentationen des Themas als Dokumentarfilm zum Jugendgeschichtstag Brandenburg in Potsdam und in der Schule beeindruckte sehr. Zeitzeugen berichteten über ihre Konfrontationen mit dem Thema und geschichtliche Zusammenhänge wurden vermittelt.

Seit Januar ist ein junges Team aus der Oberschule erneut auf Spurensuche im Projekt "überLagert - Lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg". Es ist eins von fünf nominierten Projekten im Land.

Die gute Zusammenarbeit mit Frau Lanzke vom Kultur- und Heimatverein Schwarzheide brachte neue Informationen für die Recherche. Die Jugendlichen hinterfragen konkrete Auswirkungen vor Ort, suchen nach Zeitzeugen und recherchieren in Archiven bundesweit.

Dabei fanden sie zwei ehemalige Häftlinge und nahmen Kontakt zu H. Gärtner (Prag) und H. Hesdörffer (Frankfurth a.Main) auf. Gemeinsam mit ihnen werden Fakten zum Lager überprüft. Ein Modell wird entstehen und ein Diorama zum Todesmarsch nach Theresienstadt gestaltet.

Neulich begaben sich die Schüler mit dem Lagergrundriss auf Spurensuche vor Ort und stellten fest, dass am ehemaligen Lagerstandort falsche Informationen vermittelt werden.

Die BASF hat das Werk nach der Wende übernommen und führt regelmäßig Gedenkveranstaltungen durch. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der BASF die lokale Auseinandersetzung mit der Geschichte anzuregen. Dazu hat es ein erstes Gespräche im Archiv gegeben und weitere Partner im Werk werden aufgesucht.

Das Projekt "überLagert", Landesjugendring Brandenburg/Zeitwerk, findet in Kooperation mit Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Finanziell Unterstützung kommt auch von der F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz und der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam.