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Investition
Neues Leben für den Museumshof

Annett und Matthias Leiker wollen den Museumshof in Großkoschen neu beleben. Geplant sind Ferienwohnungen, ein Café, ein Hofladen und eine Landwirtschaftsausstellung. Ab 2020 soll der unter Denkmalschutzvorgaben umgebaute Vierseitenhof fertig sein.
Annett und Matthias Leiker wollen den Museumshof in Großkoschen neu beleben. Geplant sind Ferienwohnungen, ein Café, ein Hofladen und eine Landwirtschaftsausstellung. Ab 2020 soll der unter Denkmalschutzvorgaben umgebaute Vierseitenhof fertig sein. FOTO: Jan Augustin / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Senftenberg. Es gibt zwar grünes Licht für den Umbau in Großkoschen. Doch der Investor muss warten. Von Jan Augustin

Na klar, Großkoschen ist gerade wegen seiner idealen Lage am Senftenberger See bekannt. Touristen zieht es vor allem an den Strand und ins Amphitheater - weniger in den historischen Dorfkern. Doch das soll sich ändern. Der Museumshof am Ende des ungewöhnlich großen Dorfangers könnte bald ein neuer Anziehungspunkt werden und Gäste öfter in den Ort locken. Das erhoffen sich zumindest Annett und Matthias Leiker, die das rund 5000 Quadratmeter große Areal samt den denkmalgeschützten Gebäuden und Scheunen vor zwei Jahren aus einer Insolvenz heraus erworben hatten.

Das Lausitzer Unternehmer-Ehepaar betreibt mit seiner Familie den eine Gehminute entfernten Ferienhof Radlerslust und hat große Pläne mit dem vierseitigen Museumshof. Geplant sind: vier Ferienwohnungen, ein kleines Café in einem vormals als gute Stube bezeichneten Museums-Raum, vielleicht auch ein Hofladen und ein Landwirtschaftsmuseum in der alten Scheune. Dafür aber muss viel um- und neugebaut werden. Matthias Leiker, der zugleich Chef einer Firma in Lauta ist, die den braunen Eisenschlamm sinnvoll verwertet, schätzt die Investitionssumme auf insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro. „Ich denke, es tut einem Ort wie Großkoschen gut, wenn Touristen nicht nur an den See gezogen werden“, sagt er selbstbewusst.

Für dieses Vorhaben hat die Senf tenberger Ratsrunde nun grünes Licht gegeben und Baurecht geschaffen. Seit anderthalb Jahren warten die Leikers sehnsüchtig auf dieses Zeichen. Anfangen können sie aber trotzdem noch nicht. Denn der Großkoschener Dorfanger soll im nächsten Jahr umfangreich saniert werden - mit neuer Straße, Entwässerungssystem und Streuobstwiese. Das ist einerseits natürlich gut, sagt Matthias Leiker. Andererseits verschieben sich damit auch seine Pläne um ein Jahr. Nun soll 2019 umgebaut werden, 2020 die ersten Gäste den neuen Museumshof besuchen.

Auf Hochtouren laufen derweil die Bauarbeiten gleich direkt neben dem Haupthaus mit 16 Ferienwohnungen, wo gerade drei weitere sowie ein Wellnesbereich entstehen. „Wir sind fast fertig“, freut sich Matthias Leiker, während Ehefrau Annett Leiker als Chefin der Pension den Gästen im Frühstücksraum frisches Rührei serviert. Ab November sollen auch auf dem Nachbargrundstück die ersten Urlauber empfangen werden. Die Leikers sind zufrieden. Seit dem Start im Juli 2013 steigen die Übernachtungszahlen stetig an.

Die gute Stube im Großkoschener Museumshof soll ein Café werden.
Die gute Stube im Großkoschener Museumshof soll ein Café werden. FOTO: Jan Augustin / Medienhaus Lausitzer Rundschau