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Neues Infozentrum soll See-Projekte bündeln

Ein touristisches Infozentrum soll in Zukunft die Ideen, Projekte und Aktionen rund um die Lausitzer Seenkette bündeln. Ein Unternehmer aus Schwarze Pumpe will den Anfang machen und mit seinem Unternehmen die kompletten See-Anrainer zwischen Hoyerswerda und Senftenberg verbinden. Im Jahr 2004 soll das ehrgeizige Projekt starten. Von sascha klein

Zwischen Klein Partwitz und Geierswalde (Kreis Kamenz), an der Ostseite des Skadoer Sees, plant Unternehmer Norbert Czekalla mit seiner Firma „GAB Dienstleistungszentrum Lausitzer Seen kette“ die Schaltzentrale aller Tourismusanbieter zu bilden. Am ehemaligen Hilfsgerätestützpunkt, südlich der Gemeinde Klein Partwitz, soll auf einem Areal von 4,8 Hektar ein touristisches Informationszentrum entstehen. „Die Seen kette bietet sich für Erholungs- und Freizeitgestaltung geradezu an. Das ist ein interessantes Standbein für uns“ , sagt Czekalla, für den das Projekt nur bedingt Neuland ist. Der GAB-Stammbetrieb in Schwarze Pumpe ist ein Ingenieur- und Anlagenbauunternehmen, das auch für die LMBV an der Seenkette arbeitet.

Gelände noch im Bergrecht
Zurzeit ist die Fläche für den Unternehmer noch nicht nutzbar. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) schafft die Voraussetzungen, dass Czekallas Projekt auch in die Tat umgesetzt werden kann. Die LMBV ist zurzeit dabei, alte Gebäude auf dem Gelände abzureißen und die Böschungen in diesem Gebiet zu gestalten. Die meisten alten Gebäude kann und will der neue Eigentümer nicht mehr nutzen. Sie stehen im Weg. Laut Plan sollen die Arbeiten bis September diesen Jahres abgeschlossen sein. Erst wenn die Bergbausanierer ihre „Hausarbeiten“ gemacht haben, kann die Fläche aus dem Bergrecht entlassen werden. Im Anschluss werden die Verträge unter Dach und Fach gebracht. Verzögerungen erwartet der potenzielle Investor nicht. Mit der LMBV hätte es nie Probleme gegeben, meint er.
Dann schlägt Czekallas Stunde. Ein altes Gebäude möchte er stehenlassen, sanieren und dort sein Informationszentrum etablieren. Bis zu sechs Arbeitsplätze hängen allein daran. Mit der Idee einer Verbindung aller Aktivitäten ist der Unternehmer als Erster an die LMBV herangetreten und wird wahrscheinlich der Einzige bleiben. Mit den meisten Anrainergemeinden sei er bereits in engem Kontakt, erzählt Czekalla. „Wir wollen alle Aktivitäten rund um die Seenkette koordinieren“ , erzählt der Firmenchef. Immerhin ist für die kommenden Jahre einiges geplant: Wassersportzentren, ein Landeplatz für Wasserflugzeuge - auch Hotels, Pensionen und Gaststätten werden sich nach und nach rund um die Seen ansiedeln. Die Aktionen all dieser Anbieter müssen aufeinander abgestimmt werden. Dieses Potenzial möchte Czekalla nutzen und sein Dienstleistungszentrum zu einem Anlaufpunkt machen - und damit Geld verdienen.

Baubeginn frühestens 2004
Die Bauarbeiten werden jedoch erst im kommenden Frühjahr beginnen. Denn neben dem Info-Zentrum entstehen auch ein kleines Hotel und eine Bungalow-Anlage. Auf dem Areal sollen zudem eine Gaststätte mit Konferenzraum und Bowlinganlage sowie eine Minigolfanlage gebaut werden. Mit möglichen Gaststätten-Betreibern steht der Unternehmer bereits in Kontakt. Insgesamt werde das Projekt rund drei Millionen Euro verschlingen, plant Czekalla. Davon werde allein der Hotelkomplex etwa eine Million Euro kosten. Das I-Tüpfelchen soll eine Anlegestelle für kleinere Motorboote werden. Über mangelnde Auslastung macht sich Norbert Czekalla keine Sorgen: „Wer zum Wassersport an die Seenkette kommt, wird wohl kaum in Hoyerswerda übernachten“ . Noch dreht sich jedoch alles ums Geld: „Wir sind momentan dabei, das Projekt auf sichere finanzielle Füße zu stellen“ , erzählt Czekalla. Ebenso will der Unternehmer beim Freistaat Sachsen anklopfen und prüfen, ob eine Förderung möglich ist: „Zur Verringerung des Risikos wäre ein Zuschuss nicht schlecht. Aber die Kassen des Landes sind schließlich auch nicht bis zum Rand gefüllt.“ Seine Fördervoranfrage ist gestellt, nun wartet er auf einen positiven Bescheid.