Seit wenigen Jahren gibt es auf dem Friedhof in Schwarzheide-West eine neue Mauer. Die Straßenseite wurde im Jubiläumsjahr 2017 (50 Jahre Stadtrecht) mit mehreren Tafeln zur Historie des Chemieortes ausgestattet. Jetzt hat auch die dem Friedhof zugewandte Seite Tafeln erhalten. Auf den zehn Exemplaren in fünf Feldern können künftig die Namen der in der dortigen Urnengrabanlage beigesetzten Menschen genannt werden. Das kündigt Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos) an. „Der Trend geht dahin, dass die Hinterbliebenen zunehmend aus der Anonymität herauswollen. Dem wollen wir Rechnung tragen“, begründet er. Möglich macht dies die im Jahr 2016 beschlossene neue Friedhofssatzung.

Anfang März waren bereits drei Namen auf der ersten Tafel verzeichnet. Platz ist auf den insgesamt zehn Platten für 100 Namen. Die Kosten für den jeweiligen Eintrag zahlen laut der Friedhofssatzung der Kommune die Angehörigen.

Die grüne Wiese für anonyme Urnenbestattungen bleibt dennoch auf dem Schwarzheider Westfriedhof erhalten. Sie befindet sich auf dem Areal unter einem Schnurbaum. In der Chemiestadt gibt es insgesamt zwei Friedhöfe, einen im Stadtteil West, den zweiten in Ost. Beide Begräbnisstätten, die sich jeweils direkt am Waldrand befinden, sind ungefähr knapp 100 Jahre alt.