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| 02:54 Uhr

Neuer Stützdamm im Heiderestloch schützt Hosena

Am Restloch 11 Hosena, der Grube Kristall, sieht es noch ziemlich wild aus. Die Sanierung sollte längst begonnen haben. Ebenso am Restloch 12 (Vetters Loch) nebenan, das sich in Privathand befindet. Dort gibt es laut der LMBV noch Grundlegendes zu klären.
Am Restloch 11 Hosena, der Grube Kristall, sieht es noch ziemlich wild aus. Die Sanierung sollte längst begonnen haben. Ebenso am Restloch 12 (Vetters Loch) nebenan, das sich in Privathand befindet. Dort gibt es laut der LMBV noch Grundlegendes zu klären. FOTO: Manfred Feller
Hosena. Wenn der schwammige Trenndamm bricht, ergießen sich die Wassermassen aus dem oberhalb Hosenas liegenden Rotschlammrestloch V in das Restloch VI. Teile des Ortes könnten dann möglicherweise nasse Füße bekommen. Doch diese Gefahr ist bald gebannt. Der neue Stützdamm wächst täglich. Manfred Feller

Über die teilweise extra in den Privatwald geschlagene zweieinhalb Kilometer lange Straße zur Großbaustelle Heiderestlöcher in Hosena rollen täglich 40 bis 50 Lastwagen. Ihr Ziel ist der neue Stützdamm etwa zwölf Meter über dem Niveau der Ortslage. Dieses Bollwerk soll das Dorf schützen, falls der alte Trenndamm bricht.

Die Mitglieder des Braunkohlearbeitskreises Meuro/Seenland haben sich in dieser Woche während einer Befahrung von dem Baufortschritt überzeugt. Der am Ende etwa 310 Meter lange und 63 Meter breite Stützdamm ist bereits ein ganzes Stück vorangetrieben worden.

Der Aufwand ist enorm. Es müssen ungefähr 200 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt werden. Diese werden nicht einfach in das Wasser von Heide VI geschüttet, sondern stabil aufgebaut und an beiden Uferseiten "verankert".

Dafür ist nach Auskunft von Bauleiter Jörg Ulbrich von der Firma SGL Spezialleistungen aus Lauchhammer die Lanze des Rütteldruckverdichters ungefähr 2800-mal bis in eine Tiefe zwischen 25 und 30 Metern einzufahren. Seine stabile Form am Fuß erhalte der Damm durch zahlreiche Big Bags. Diese bis zu 1,8 Tonnen schweren "Sandpakete" halten nach Auskunft von Peter Sohst, Referent für die Braunkohlesanierung bei der Gemeinsamen Landesplanungsbehörde Berlin - Brandenburg, länger, als es die Bergbausaniererin LMBV geben wird.

Bauleiter Jörg Ulbrich hat großes Vertrauen in seine Arbeit sowie in die seiner Männer und der Technik: "Der Damm steht so sicher, dass man darauf einen Bungalow aufbauen könnte." Bislang sind mehr als 40 der insgesamt 154 Rütteldruckreihen erledigt.

Die Arbeiten erfolgen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die gesamte Bucht des Restloches Heide VI sei mit Sensoren bestückt, die sofort Signal geben, wenn die vorgeschriebenen, aus Sicherheitsgründen eher niedrig als hoch eingestellten Grenzwerte überschritten werden. Im schlimmsten Fall drohe ein Verflüssigen der Erdmassen und damit eine Rutschung. Niemand soll in Gefahr geraten.

Den alten Trenndamm zwischen den Restlöchern beschreibt der Bauleiter als locker gekippt, vernässt und schwammig wie Pudding. Um die Bruchgefahr zu minimieren, wurde Druck auf diesen Damm durch Absenken des Wasserspiegels in Heide V genommen. Der Pegelunterschied zwischen beiden Restseen sank von 1,80 auf etwa einen Meter und soll gehalten werden.

Die mehrere Hektar große Wasserfläche zwischen den beiden Dämmen sollte ursprünglich verfüllt werden. Ob dies notwendig ist, das soll später die geotechnische Bewertung ergeben, so Jens Bäcker, Projektmanager der LMBV. Er rechnet damit, dass der neue Stützdamm Ende 2014, Anfang 2015 steht.

Die Mitglieder des Braunkohlearbeitskreises haben sich in Hosena auch eine Auswahl der zahlreichen Glassandgruben angesehen. Einige sind saniert, andere warten darauf. "Die Jahre der Sperrschilder sind gezählt", sagt Arbeitskreisleiter Dr. Norbert Tschirner mit Blick auf den Sanierungsfortschritt. Die Baustellen werden sich bald in eine grüne Seenlandschaft verwandeln.