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| 11:02 Uhr

Neuer Betreiber gesucht
Die Räder der Seenlandbahn stehen weiter still

 Auch an diesem Wochenende rollt die Seenlandbahn nicht.
Auch an diesem Wochenende rollt die Seenlandbahn nicht. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg/Hoyerswerda. Die Seenlandbahn zwischen Dresden und Senftenberg kommt nicht in Fahrt. Es gibt zwar Bemühungen, zu retten, was noch zu retten ist. Mit schnellen Ergebnisse ist aber nicht zu rechnen.

Die Seenlandbahn wird auch an diesem Wochenende nicht fahren. Wie der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mitteilt, entfallen die Zugverbindungen auf der Strecke Dresden-Kamenz-Bernsdorf-Senftenberg ersatzlos. VVO-Sprecher Christian Schlemper:

„Die Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter und der VVO laufen“, sagt er. Derzeit werde geprüft, ob der Zugverkehr wieder vorläufig aufgenommen werden kann. Dazu finden auch Gespräche mit dem Fahrzeugvermieter Alpha Trains statt. „Wir müssen schauen, wie sich das in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt“, so Schlemper. Die Situation bezeichnet er als „schwierig“.

Verkehrsvertrag mit Städtebahn Sachsen gekündigt

Der VVO hatte am vergangenen Wochenende den Verkehrsvertrag mit der Städtebahn Sachsen (SBS) gekündigt. Im Vorfeld hatte der Fahrzeugvermieter Alpha Trains den Mietvertrag mit der Städtebahn aufgelöst. Dadurch stand der Verkehrsdienstleister ohne Züge da; das Eisenbahnunternehmen konnte seinem Verkehrsvertrag mit der VVO nicht mehr nachkommen und stellte überraschend den Betrieb über Nacht ein.

„Das war ein Schlag ins Gesicht für die Fahrgäste und das Personal. Die rund 100 Lokomotivführer, Zugbegleiter und Werkstattmitarbeiter standen vor verschlossenen Türen“, kritisiert Klaus-Peter Schölzke, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Mitteldeutschland (GDL).

Löhne der Seenlandbahn-Mitarbeiter bis September gesichert

Der Verkehrsverbund und der Insolvenzverwalter haben laut Gewerkschaft zugesagt, dass die Löhne der Mitarbeiter durch Insolvenzausfallgeld bis September 2019 gesichert sind. In der zeitnahen Neuvergabe der Zugleistungen werde der VVO für Lokomotivführer und Zugbegleiter einen Betriebsübergang zum neuen Betreiber der Bahnstrecken vorschreiben.

Auf der Suche nach einem neuen Bahnunternehmen kämen laut VVO nur Unternehmen in Frage, die den Flächentarifvertrag der GDL bereits anwenden. „Wir begrüßen das ausdrücklich, denn so sind für das Zugpersonal gute Entgelt- und Arbeitsbedingungen gesichert“, so Schölzke.

Lokführergewerkschaft fordert schnelles Handeln

Für die Kollegen der Verwaltung und der Werkstatt hatte die GDL ebenfalls einen Betriebsübergang gefordert. „Die Verantwortlichen müssen für eine schnelle Betriebsaufnahme sorgen, damit die Berufspendler und Schüler nicht vor leeren Bahnsteigen stehen. Lokomotivführer, Zugbegleiter und Fahrzeugschlosser sitzen auf Abruf zu Hause“, so Schölzke. Da die insolvente SBS keine Zahlungen mehr für den Verkehr erhalte, seien Regionalisierungsmittel für die schnelle Wiederaufnahme des Zugetriebes vorhanden.

10 000 Pendler sind täglich auf den vier Schienenwegen der Städtebahn im Großraum Dresden unterwegs, davon fahren 160 Fahrgäste mit der Seenlandbahn am Wochenende. Letztere war erst Mitte Juli eröffnet worden.

 Auch an diesem Wochenende rollt die Seenlandbahn nicht.
Auch an diesem Wochenende rollt die Seenlandbahn nicht. FOTO: LR / Catrin Würz
(sey/jag)