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| 15:51 Uhr

Neue Rettungswache
Neue Rettungswache hat viel Platz

Grundsteinlegung für die neue Rettungswache neben dem Klinikum Niederlausitz in Senftenberg: Notfallsanitäter René Perschnick (M.), OSL-Landrat Siegurd Heinze (r.) sowie Uwe Böttcher, Geschäftsführer des Klinikums Niederlausitz und des Gesundheitszentrums Niederlausitz, haben am Donnerstag die symbolische Schatulle versenkt.
Grundsteinlegung für die neue Rettungswache neben dem Klinikum Niederlausitz in Senftenberg: Notfallsanitäter René Perschnick (M.), OSL-Landrat Siegurd Heinze (r.) sowie Uwe Böttcher, Geschäftsführer des Klinikums Niederlausitz und des Gesundheitszentrums Niederlausitz, haben am Donnerstag die symbolische Schatulle versenkt. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Noch in diesem Jahr soll in die ehemalige Senftenberger Dampfmühle neues Leben einziehen.

So etwas hat Landrat Siegurd Heinze noch nicht erlebt: Eine Grundsteinlegung auf einer Palette. „Das ist mir trotz meiner langen Karriere neu“, sagt der Verwaltungschef. Tatsächlich muss die obligatorische Schatulle in einen Steinsockel versenkt werden, der provisorisch auf der hölzernen Konstruktion fußt. „Beim jetzigen Wetter hätten wir kaum ein Loch in den Boden bekommen“, erklärt Uwe Böttcher, Geschäftsführer des Klinikums Niederlausitz und der Gesundheitszentrum Niederlausitz GmbH, die als Bauherr der neuen Rettungswache fungiert. Böttcher verspricht, dass, sobald es die Temperaturen zulassen, der Grundstein einen angemessenen Platz im Erdreich erhalte.

Das Projekt, dass sich der Bauherr vorgenommen hat, besitzt einen Gesamtumfang von rund 6,2 Millionen Euro, davon 5,5 Millionen Euro für die eigentliche Investition. Die Gebäudehülle steht bereits seit 155 Jahren an der Ecke Calauer Straße/Spremberger Straße. Es handelt sich um die Senftenberger Dampf- und Schneidemühle, in der einst Roggen und Öl vermahlen worden waren. Das direkt gegenüber dem Krankenhaus befindliche Haus soll künftig als „Gesundheitsspeicher“ fungieren. Das Filetstück bildet die neue Rettungswache. Neben modern eingerichteten Arbeits-, Sanitär- und Ruheräumen entsteht eine neue Halle, die genügend Platz für drei Rettungs-, einen Notarzt- und zwei Reservefahrzeuge bietet. Hinzu kommt ein Waschplatz für die Autos. Bislang, so berichtet Notfallsanitäter René Perschnick, mussten die Fahrzeuge bei der Feuerwehr gereinigt werden. Der gelernte Krankenpfleger, der bereits seit 28 Jahren in seinem jetzigen Beruf tätig ist, kennt die Verhältnisse in der alten Wache an der Krankenhausstraße nur zu gut: „Dort sind wir in vier Gebäuden sehr beengt einquartiert. Zudem präsentieren sich die sanitären Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß.“ Daher seien er und sein 31-köpfiges Team froh, dass bald der Umzug an den nur wenige hundert Meter entfernten Standort in der Dampfmühle erfolgen könne. Mehr noch: „Von unseren Mitarbeitern gibt es für den Bauplan große Zustimmung. Denn es handelt sich um eine sehr durchdachte Lösung.“

Planer ist der Meuroer Architekt Walter Schiementz. Der Experte bescheinigt der Dampfmühle eine solide Bauweise. Allerdings müsse die oberste Etage abgerissen werden, da diese baufällig sei. Stattdessen werde es eine neue Etage geben, die neben den Technikräumen und Zimmern für die Verwaltung sogar zwei Dachterrassen beinhalte.

Das Erdgeschoss nutzt künftig die Mannschaft der Rettungswache. Darüber hinaus wolle dort ein Sanitätsfachhandel ein Geschäft eröffnen. In den darüber liegenden Stockwerken seien Arztpraxen vorgesehen, für die es laut Uwe Böttcher bereits Interessenten gibt. Darüber hinaus würden eine Logopädie und eine Ergotherapie einziehen.

Die neue Rettungswache werde noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Allerdings gebe es aufgrund des bislang frostigen Frühjahrs bereits einen Bauverzug von rund zwei Wochen. Gänzlich fertiggestellt sei der „Gesundheitsspeicher“ Mitte des Jahres 2019.

Dann stehe bereits das nächste Bauprojekt an, kündigt Landrat Siegurd Heinze als Dienstherr des hiesigen Rettungswesens an. Dann solle zwischen der Autobahnabfahrt Klettwitz und dem Lausitzring eine Außenstelle der Senftenberger Rettungswache errichtet werden. Diese sei zwingend notwendig, damit die Retter sämtliche Orte innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 15 Minuten erreichen können. Diese Frist könne derzeit in der Annahütter Karl-Marx-Siedlung als einzigem Ort im Kreis nicht immer eingehalten werden. Ursprünglich war deswegen auch eine Verlagerung der Senftenberger Wache in Richtung Hörlitz im Gespräch. „Aber wir hätten es den Bürgern nicht erklären können, wenn diese Einrichtung die Kreisstadt verlassen würde“, begründet Heinze. Daher sei er über den neuen Standort direkt neben dem Klinikum sehr froh. Derzeit gibt es in Oberspreewald-Lausitz sieben Rettungswachen. Pro Jahr rücken die Mitarbeiter zu rund 7000 Einsätzen im Landkreis sowie in Lauta und Welzow aus.