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Ende der doppelten Straßennamen
Neue Ordnung fürs Senftenberger Adressenchaos

Im Ortsteil Sedlitz sollen insgesamt acht Straßen umbenannt werden - darunter auch die Bahnhofstraße und die Schulstraße.
Im Ortsteil Sedlitz sollen insgesamt acht Straßen umbenannt werden - darunter auch die Bahnhofstraße und die Schulstraße. FOTO: Jan Augustin / LR
Senftenberg/Sedlitz. Straßennamen, die im Stadtgebiet und den Ortsteilen doppelt bis vierfach vorkommen, sollen abgeschafft werden. Das Vorhaben erhitzt die Gemüter. Von Jan Augustin

Straßennamen, die es doppelt bis vierfach in Senftenberg und den Ortsteilen gibt, werden abgeschafft. Die Ratsrunde hat das mit großer Mehrheit beschlossen. Trotz hitziger Diskussionen. Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) ist damit beauftragt, die Beseitigung von Namensdoppelungen und Mehrfachbenennungen einzuleiten. Betroffen sind 24 Straßennamen, die in Brieske, Großkoschen, Kleinkoschen, Niemtsch, Sedlitz und im Stadtgebiet mindestens doppelt vorhanden sind. Außen vor stehen die Straßen in Hosena und Peickwitz. Beide Ortsteile haben eine andere Postleitzahl als Senftenberg.

Was kommt nun auf die Bürger in Senftenberg und den Ortsteilen zu? Diese und andere Fragen zum Thema will Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich beim Forum „LR vor Ort“ am 26. April in Sedlitz beantworten. Die öffentliche Diskussionsrunde, zu der auch Ortsvorsteher Steffen Philipp und der Senftenberger Leiter der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), Dan Hoffmann, eingeladen sind, beginnt um 18 Uhr im Bürgerzentrum.

Andreas Fredrich stellt aber jetzt schon klar: „Die Kosten der Neubeschilderung hat die Stadt Senftenberg zu tragen.“ Auch die Änderungen im Personalausweis und in den Fahrzeugscheinen kosten für den Bürger nichts. „Alle Änderungen von Dokumenten sind gebührenfrei“, sagt das Stadtoberhaupt. Die betroffenen Betriebsanschriften von Gewerbetreibenden werden durch die Stadt ebenfalls gebührenfrei geändert. Aufwendungen für private Aufwendungen wie Briefköpfe und Werbeschilder sind indes eigenständig zu tragen, informiert Fredrich.

Die Verwaltung hat mittlerweile konkrete Vorschläge ausgearbeitet. Am meisten Straßen sollen im Stadtgebiet und in Sedlitz umbenannt werden - je acht neue Namen stehen zur Wahl. Die Schulstraße, die es viermal gibt, soll in Sedlitz zum Beispiel in Sedlitzer Schulstraße umbenannt werden. Weitere Beispiele? Die Mittelstraße soll Mittelgasse heißen, die Senftenberger Straße künftig Anna-Mathilde-Straße und die Spremberger Straße soll in Sornoer umgetauft werden.

Seinen Ursprung hatte das Senftenberger Namenschaos mit den Eingemeindungen von Sedlitz im Jahr 1997 und weiteren Orten im Jahr 2002 genommen. Seitdem gibt es immer wieder Beschwerden von Lieferanten und Adressaten, von Post- und Paketzustellern. Mit der zunehmenden Digitalisierung verschärfen sich die Probleme. Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei Navigationsgeräten, sondern auch bei bestimmten Online-Formularen. „Problematisch wäre, wenn Irritationen bei Rettungsdiensten auftreten würden“, sagt Fredrich.

Vor dem Voting der Stadtverordneten vor drei Wochen waren die Emotionen noch einmal hochgekocht, als Roxana Trasper aus Brieske ihren Ärger kundtat. Der Vorschlag der Verwaltung, die Straße der Jugend in Brieske in Von-Mayenburg-Straße umzubenennen, sei von etwa 80 Familien in der Straße einstimmig abgelehnt worden. Die Stadt hat doch ganz andere Probleme, sagte sie aufgebracht.

Vom Senftenberger IHK-Team wird der Beschluss ausdrücklich begrüßt. Die selbst vom Adressenchaos betroffene Kammer hatte sich seit Jahren für ein Ende der doppelten Straßennamen ausgesprochen. Wichtige Briefe, die an die Geschäftsstelle in der Schulstraße adressiert sind, kommen oft erst mit Verspätung an, erklärt Leiter Dan Hoffmann. Denn die Schulstraße gibt es gleich viermal: im Zentrum, in Brieske, in Sedlitz und in Großkoschen. Verirrte Besucher oder Prüflinge, die sich mit ihrem Navigationsgerät im Auto auf richtigem Weg wähnen, dann aber in Brieske landen, müssen oft per Telefon in die Geschäftsstelle gelotst werden, so Hoffmann.