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| 16:08 Uhr

AfD erstmals im Parlament
Neues Kräfteverhältnis im OSL-Kreistag

 Bis zur letzten Sekunden haben am Sonntag auch die Wahlhelfer Klaus Ebeling (r.), Sven Laubert und Wahlleiter Carsten Henkel (l.) dafür gesorgt, dass im Wahlbüro im Senftenberger Rathaus alles ordnungsgemäß vonstatten geht.
Bis zur letzten Sekunden haben am Sonntag auch die Wahlhelfer Klaus Ebeling (r.), Sven Laubert und Wahlleiter Carsten Henkel (l.) dafür gesorgt, dass im Wahlbüro im Senftenberger Rathaus alles ordnungsgemäß vonstatten geht. FOTO: Peter Aswendt
Senftenberg. Die etablierten Parteien verlieren viele Stimmen. Die AfD zieht erstmals ins Parlament ein – mit fast 20 Prozent. Von Jan Augustin

Für Martina Gregor-Ness, die Vorsitzende des Kreistages Oberspreewald-Lausitz, ist der Wahlsonntag ein „Wechselbad der Gefühle“ gewesen. Die starken Ergebnisse von AfD und Grünen bei der Europawahl, gepaart mit den schwachen Werten der Sozialdemokraten, ließen aus Sicht der SPD-Politikerin auch nichts Gutes für den Kreistag erahnen. Am Ende kommt ihre Partei mit einem blauem Auge davon, bleibt stärkste Kraft, muss mit 21,5 Prozent aber im Vergleich zu 2014 ein Minus von fast acht Prozentpunkten verkraften. „Es war klar, dass die AfD ein starkes Ergebnis einfahren wird. Aber der Wähler hat differenziert. Darüber freue ich mich schon.“ Nun gehe es darum, den Kreis in seiner guten Entwicklung weiter voranzubringen. Wie das Parlament ab seiner konstituierenden Sitzung am 20. Juni zusammen arbeitet, hänge von den handelnden Personen ab.

Für Silvio Wolf, der Kreisvorsitzende der AfD, ist das Ergebnis „sehr, sehr zufriedenstellend. Dass es so enorm wird, damit haben wir nicht gerechnet“. Erstmals wird seine Partei im Kreistag vertreten sein. Mit 19,6 Prozent stehen der AfD zehn Sitze zu und damit nur einer weniger als der SPD. Wolf, der künftig in der Senftenberger Ratsrunde sitzen wird, hat allerdings nicht für den Kreistag kandidiert. „Jetzt geht es darum, unserer Sache gerecht zu werden, dass wir kommunal Verantwortung übernehmen.“

Drittstärkste Kraft ist die CDU mit 19,5 Prozent und künftig noch zehn statt 14 Sitzen. „Ja, wir haben uns das anders gewünscht“, räumt die Kreisvorsitzende Roswitha Schier ein. Die Arbeit im Kreistag werde freilich nicht einfacher werden. „Aber wir werden das beste daraus machen“, kündigt sie an.

Landrat Siegurd Heinze (parteilos) ist zuversichtlich, dass die gute Arbeit der letzten fünf Jahre fortgesetzt werden kann, „wenn jeder dazu willens ist und seinen Beitrag dazu leistet“. Er warnt aber: „Es darf im Kreistag nicht um parteipolitisches Kräftemessen gehen, wie es auch in der ein oder anderen Kommune des Landkreises mit vielen Reibungsverlusten stattgefunden hat.“