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| 15:18 Uhr

Märchenhaftes aus 1001 Nacht im Amphitheater
Noch viel lustiger als bei Disney

 Aladdins Wunderlampe - hier gehalten von „Ali Baba“ Rainer Schmaler - ist in diesem Jahr das wichtigste Requisit des neuen Stückes der Koschener Theatergruppe. An zwei Abenden gibt es Aufführungen im Amphitheater am Senftenberger See.
Aladdins Wunderlampe - hier gehalten von „Ali Baba“ Rainer Schmaler - ist in diesem Jahr das wichtigste Requisit des neuen Stückes der Koschener Theatergruppe. An zwei Abenden gibt es Aufführungen im Amphitheater am Senftenberger See. FOTO: LR / Catrin Würz
Großkoschen. Theaterenthusiasten aus Großkoschen bringen mit einer Wunderlampe Spaß ins Amphitheater. Von Catrin Würz

Disneys Film „Aladdin“, der zur Zeit in allen Kinos hoch und runter läuft, bekommt jetzt ziemlich ernstzunehmende Konkurrenz: 30 Theaterenthusiasten aus Groß- und Kleinkoschen haben nämlich die Motive der Märchen aus 1001 Nacht für sich entdeckt und für ihre neueste Inszenierung auserkoren. Unter dem Titel „Wünschen will gelernt sein“ bringt die Theatergruppe Koschen ihr diesjähriges Stück am 7. und 8. Juni auf die Bühne.

Aladdins Wunderlampe kommt dabei natürlich eine entscheidende Rolle zu. Aber freilich dürfen der Kleine Muck, die Prinzessin aus 1001 Nacht, Ali Baba sowie wilde Tiere und schöne Frauen nicht fehlen – eben alles, was eine spannende Geschichte ausmacht. An zwei aufeinander folgenden Abenden werden die Koschener Hobby-Theatermacher das Publikum im Amphitheater am Senftenberger See bestimmt wieder zu Begeisterungsstürmen bringen. „Die Premiere am Freitag ist schon ausverkauft. Und das völlig zu recht: Denn es gibt wieder jede Menge zu lachen“, verspricht Regisseurin Stefanie Horn augenzwinkernd.

Um die fest eingeschworene Drehbuchschreiber-Gemeinschaft Doreen Löchelt, Doreen Lutibor, Stephanie Schmidt, Stefanie Horn und Juliane Bonk hat sich in Koschen ein knapp 30 Leute starkes Team von Laiendarstellern, Kostümschneidern, Requisitenbastlern, Tontechnikern und Helfern gebildet, das jedes Jahr mit einer neuen überraschenden Inszenierung aufwartet. Jedes Mal füllen die Koschener Theaterenthusiasten dabei die 600 Plätze des Amphitheaters am See, seit nunmehr drei Jahren sogar an zwei Abenden hintereinander. „Für das diesjährige Thema mit Motiven aus ,1001 Nacht’ haben wir uns schon im vergangenen Herbst entschieden. Dass Disney jetzt mit dem Aladdin-Film herausgekommen ist, können die doch nur von uns abgekupfert haben“, sagt Stefanie Horn lachend. „Fakt ist: Unser Dschinni Enrico Maibauer ist noch viel zauberhafter als der Kinostar Will Smith im Film“, ergänzt sie grinsend.

Eine Woche vor der Premiere sind die Proben für „Wünschen will gelernt sein“ nun längst in den Endspurt gegangen. Um den erschöpften Sultan Andreas Rakel, der im wirklichen Leben Ingenieur ist, tänzeln sechs anmutige Haremsdamen in weiten, bunten Röcken, Pailettentüchern und Münzgürteln. Eine von ihnen ist Peggy Greiner, im achten Monat schwanger und trotzdem von großem Liebreiz. „Ich hoffe, das Baby nimmt sich Zeit bis nach den beiden Aufführungen“, hofft die werdende Mama. „Ich will doch meinen Part auf der Bühne unbedingt spielen“, sagt sie schmunzelnd.

Rainer Schmaler alias Ali Baba übt derweil mit seinen nicht ganz 40 Räubern im Teeny-Alter den richtigen Einsatz für einen Tanz, während er über die „1000 Jahre alte Lampe aus purem Gold“ streichelt. Prompt erscheint Geist Dschinni, der zu dieser Probe allerdings noch eine blassblaue Kittelschürze anstatt seines türkisblauen Flaschengeist-Kostüms trägt; die Lacher hat er ganz auf seiner Seite. Die Stimmung steigt bereits bei dieser Vor-Vor-Generalprobe in der Museumsscheune von Annett Leiker mächtig in die Höhe. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die einfach Freude am Theaterspielen hat“, erklärt Regisseurin Stefanie Horn. Die jüngsten Darsteller sind erst sechs, der älteste ist bereits 76 Jahre alt. Senior Bernhard Roeser ist seit der ersten Inszenierung vor rund 20 Jahren dabei. Seine Rolle in diesem Jahr als Kameltreiber Hakim gefällt ihm gut, sagt er schmunzelnd. „Los Ihr faulen Kamele“, treibt er grinsend die störrischen Tiere an, die jeweils von zwei Frauen verkörpert werden.

Markenzeichen der Koschener Inszenierung ist auch der Lokalkolorit, der nicht fehlen darf. Vom Straßenausbaubeitrag über die Inselrutschung am See bis zur Biotonne sind Anspielungen zu regionalen Geschehnissen und zu kommunaler Politik auch diesmal in die Geschichte aus dem Orient eingewebt worden. Stefanie Horn: „Das erwarten die Leute inzwischen. Unser Geheimrezept ist es ja auch, dass wir uns selbst nicht zu ernst nehmen. Dann können wir den Spaß am Bühnenspiel auch an das Publikum weiter vermitteln.“

 Die Proben sind schon im Endspurt: Die Theatergruppe Koschen inszeniert in diesem Jahr Märchenhaftes aus 1001 Nacht. Aladdins Wunderlampe, hier gehalten von "Ali Baba" Rainer Schmaler, ist das wichtigste Requisit. Regie führt Stefanie Horn (l.).
Die Proben sind schon im Endspurt: Die Theatergruppe Koschen inszeniert in diesem Jahr Märchenhaftes aus 1001 Nacht. Aladdins Wunderlampe, hier gehalten von "Ali Baba" Rainer Schmaler, ist das wichtigste Requisit. Regie führt Stefanie Horn (l.). FOTO: LR / Catrin Würz