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| 17:43 Uhr

Wappen für sechs Dörfer
Neue Identität für Senftenbergs Ortsteile

 Die Senftenberger Ortsteile haben seit diesem Jahr eigene Wappen.
Die Senftenberger Ortsteile haben seit diesem Jahr eigene Wappen. FOTO: LR / Katrin Janetzko
Senftenberg. Die eingemeindeten Dörfer haben wieder eigene Wappen, mit denen sie Werbung machen können. Von Jan Augustin

Über Peickwitz scheint die Sonne, und der Pflug lockert gerade den Ackerboden. Das ist das Symbol des Ortes. Es ist nicht neu und wird inoffiziell seit Jahrzehnten als das Peickwitzer Aushängeschild genutzt. Leicht verändert und mit einem Eichenzweig im unteren Teil erweitert ist dieses Bild seit diesem Jahr das Wappen des Ortes. Der stilisierte Eichenzweig soll dabei an den im Jahr 1990 am Feuerwehrhaus gepflanzten Einheitsbaum erinnern. „Das Wappen kommt gut an“, bestätigt Ortsvorsteher Ingo Amsel. Bei dem Hallenfußballturnier in Großkoschen vor zwei Wochen haben die Peickwizter das neue Logo das erste Mal auf einem Plakat in der Öffentlichkeit gezeigt. „Wir wollten Peickwitz ein bisschen bekannter machen“, sagt Ingo Amsel, dem das neue Baugebiet in der Feldstraße im Hinterkopf schwirrt. „Für 30 bis 40 Häuser ist noch Platz. Wir wollen, dass der Bau-Boom losgeht“, gibt der Ortsvorsteher zu. Mit dem neuen Wappen könne der Ort nun besser auf potenzielle Bauherren zugehen. „Klappern gehört zum Geschäft“, sagt Ingo Amsel.

Aber nicht nur Peickwitz kann mit einem neuen Wappen auf Werbetour gehen. Auch Brieske, Großkoschen, Hosena, Niemtsch und Sedlitz können sich jetzt wieder mit einem identitätsstiftenden Symbol schmücken. Senftenbergs Stadtverordnete haben das kurz vor dem Jahreswechsel einstimmig beschlossen.

Unterstützt worden ist das Vorhaben von dem Verein Herold, der sich den historischen Hilfswissenschaften und der Heraldik, also der Wappenkunde, widmet. Mit der Registrierung in der deutschen Ortswappenrolle des Herold ist nun auch verbrieft, wer das Führungsrecht an dem Wappen hat. Dieser Missbrauchsschutz war von allen Ortsvertretungen ausdrücklich begrüßt worden. Ohnehin sind deren Wünsche beachtet worden. Vorhandene Symbole, wie in Peickwitz, wurden künstlerisch weiterentwickelt, um dann die Wappenzeichnungen zu beauftragen.

Mit dem Gemeindezusammenschluss hatten die Dörfer neben ihrer Eigenständigkeit auch das Recht zur Wappenführung als Hoheitszeichen verloren. „Gleichwohl gab und gibt es über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte geführte Bildnisse und Symbole, mit denen und über die sich die heutigen Ortsteile identifizieren und die sie als Erkennungs- und Werbezeichen für ihren Ortsteil gern weiter nutzen möchten“, begründet Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD). Die Stadt selbst hat als Symbol der kommunalen Selbständigkeit auch ein eigenes Wappen. Wie Dienstsiegel und Flagge ist das städtische Wappen allerdings ein kommunales Hoheitszeichen, das beim Innenministerium beantragt werden muss.

Die Stadt Senftenberg hatte von ihrem Recht Gebrauch gemacht und führt ein Wappen, das auch nach Eingliederung der ehemals selbständigen Gemeinde Sedlitz und der ehemaligen Gemeinde des Amtes „Am Senftenberger See“ unverändert blieb.

Derweil soll das Peickwitzer Wappen am letzten Maiwochenende richtig groß raus kommen. Der Sportverein „Germania“ feiert dann seinen 100. Geburtstag. Auf Fahnen soll das neue Logo gut sichtbar sein, kündigt der Peickwitzer Ortsvorsteher Ingo Amsel an. Auch er ist vom neuen Emblem angetan: „Das ist ein Stück Identität.“