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| 15:08 Uhr

Über Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit
Neue Bühne geht mit „Dreck“ in die Klassenzimmer

Saad (30) ist Flüchtling und erlebt Ausländerhass. Der Mann aus dem Nahen Osten wird von Michael Zehentner gespielt.
Saad (30) ist Flüchtling und erlebt Ausländerhass. Der Mann aus dem Nahen Osten wird von Michael Zehentner gespielt. FOTO: Steffen Rasche/Neue Bühne / Rasche Steffen
Senftenberg. Eine Flüchtlings-Geschichte über Fremdenfeindlichkeit.

Die Neue Bühne Senftenberg begeht Premiere im Klassenzimmer: „Dreck“ von Robert Schneider löst nach 106 Vorstellungen „Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier“ von Janne Teller ab. Das teilt Theatersprecherin Christiane Freitag-Pittasch mit. „Das Klassenzimmerstück ‚Dreck’ in einer Inszenierung von Katja Stoppa macht sich auf in die Klassenzimmer, um aus der Sicht des geflüchteten Saad von Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit zu erzählen“, so Freitag-Pittasch. Auftakt feiert das Stück an diesem Donnerstag im Sängerstadtgymnasium Finsterwalde. Danach wird es in den Klassenzimmern in Senftenberg und Umgebung zu sehen sein, kündigt Freitag-Pittasch an.

Erzählt wird die berührende Geschichte von Robert Schneider über den 30-jährigen, aus dem Nahen Osten stammenden Saad. In „Dreck“ berichtet und reflektiert ein Schauspieler als Flüchtling und ermöglicht dabei dem Zuschauer ebenfalls einmal die Perspektive zu wechseln: In einem großen Monolog erzählt er, Saad, von sich und dem Land, aus dem er kommt, von seinen Erinnerungen, Träumen und Hoffnungen. Und vom Krieg, der ihn zur Flucht gezwungen hat. „Seine Sprache ist poetisch und doch auch immer wieder provozierend direkt. Er beschreibt, wie sein Leben in Deutschland aussieht. Seine Erfahrungen mit Fremdheit und Verachtung sind jedoch wesentlich“, erläutert Freitag-Pittasch. Saad macht sich selbst zum Sündenbock und eignet sich dafür demütig die absurdesten Vorurteile an. Doch ganz ohne Ironie und Zynismus kommt er nicht aus. Immer wieder lässt er klar werden, wen er für die wahren Schuldigen hält. Saad ist hier. In Europa – in Deutschland – in Brandenburg.

Regie führt Chefdramaturgin Katja Stoppa. Es ist ihre erste Regiearbeit am Senftenberger Theater. Bei Bühne und Kostüm berät Barbara Fumian, die unter anderem bereits „Angstmän“ von Hartmut El Kurdi und „Aladin und die Wunderlampe“ von Edith Ehrhardt ausstattete. Es spielt Michael Zehentner.

Spielanfragen können Lehrer an Franziska Golk via theaterpaedagogik@theater-senftenberg.de richten oder am Telefon 03573 801 275. Interessierte anderer Institutionen oder Vereine können ihre Anfrage ebenfalls an Franziska Golk stellen.

(jag)